Österreich

ÖBB mit Nachtzuggeschäft zufrieden

Das Nachtzuggeschäft der ÖBB läuft besser als erwartet. Die Fahrgastzahlen liegen über dem ursprünglichen Business-Plan, sagte ÖBB-Fernverkehrsleiter Kurt Bauer beim Internationalen Eisenbahn-Gipfel in Paris.

Die "Nightjets" mischen deutsche Nacht auf.  SN/APA (ÖBB/WEGSCHEIDER)/WEGSCHEID
Die "Nightjets" mischen deutsche Nacht auf.

Der Bereich wurde kürzlich erweitert: Mit Dezember 2016 hat die österreichische Staatsbahn Teile des Nachtzuggeschäfts der Deutschen Bahn übernommen.

Anders als in Deutschland gebe es in Österreich kaum Hochgeschwindigkeitsstrecken. So könnten Nachtzüge profitabel betrieben werden, "ohne dass man dadurch reich wird".

Die ÖBB, die 42 Schlafwagen, 15 Liegewagen und sechs Strecken aus dem DB AG Bestand erworben hat, habe eine andere Verkehrsbiografie als die Deutsche Bahn. Um auch zukünftig ein europäischen Netz an Nachtzügen anbieten zu können, bedürfe es internationaler Kooperation, so der ÖBB-Vertreter weiter.

Problematisch seien die unterschiedlichen Rahmenbedingungen in den europäischen Ländern. Eine europaweite Regelung bei der Mehrwertsteuer für Nachtzugtickets und bei den Trassenpreisen für Nachtzüge werde benötigt, sagte Bauer laut einem Bericht des "Mobilitäts-Manager" unter dem Titel "Die ÖBB kann's, die DB nicht!"

Schlafen im Zug ist in Deutschland übrigens steuerlich benachteiligt: Eine Übernachtung im Nachtzug auf Schienen in Deutschland wird wesentlich höher besteuert als eine Übernachtung im Gasthaus.

Der Rückzug der Deutschen Bahn aus dem Nachtzuggeschäft hat die deutsche Partei "Die Linke" so empört, dass sich sogar der Bundestag damit befasste: Vergangenen Mittwoch hatte Bauer im Verkehrsausschuss des deutschen Parlaments den Abgeordneten erklärt, warum sich die ÖBB durch die Übernahme von früheren DB-Strecken ein gutes Geschäft erhoffen.

Seit 11. Dezember des Vorjahres fahren nun die ÖBB-"Nightjets" bis nach München, Hamburg, Berlin oder Düsseldorf, in der Schweiz bis Zürich und in Italien nach Venedig, Mailand, Florenz, Livorno und Rom. Für eine Wiederaufnahme der früheren Direktverbindung Wien-Paris sieht der Bahn-Manager allerdings derzeit kein Business-Modell, auch als Nachtzug würde sich das - u.a. wegen der hohen Infrastrukturkosten in Frankreich - einfach nicht rentieren.

(APA)

Aufgerufen am 24.11.2017 um 11:02 auf https://www.sn.at/wirtschaft/oesterreich/oebb-mit-nachtzuggeschaeft-zufrieden-74011

Meistgelesen

    Schlagzeilen