Wirtschaft

Öffnung der Gastro-Betriebe: Was Gäste erwartet

Wichtige Kleinigkeiten werden den Besuch im Wirtshaus in der neuen Normalität verändern. Dazu gehören Kellner mit Maske ebenso wie die Aufforderung, vorher zu reservieren.

Kommenden Freitag werden die nächsten Beschränkungen zur Eindämmung der Folgen des Coronavirus gelockert. Im Mittelpunkt steht die von manchen sehnsüchtig erwartete Öffnung von Gasthäusern, Restaurants, Cafés und Biergärten. Sie dürfen ab 15. Mai von 6 bis 23 Uhr öffnen. Dennoch werden Gäste erst einmal Zurückhaltung üben, zeigt eine Umfrage der Wirtschaftskammer Wien.

Mit der Gastronomie öffnet nicht nur ein wirtschaftlich wichtiger Bereich des Landes seine Pforten, es sei eine "für die österreichische Seele und Identität ganz wichtige Branche", sagt Bundeskanzler Sebastian Kurz. Zusammen mit der Wirtschaftskammer schnüre man gerade ein "Wirte-Paket", um die Krisenfolgen abzufedern.

Voraussetzung für die Öffnung von Lokalen ist die strikte Einhaltung der bereits geltenden Sicherheitsmaßnahmen wie mindestens ein Meter Abstand, Desinfektion und das Tragen von Mund-Nasen-Schutz im Gastraum. Ausgenommen sind die Gästetische, wo bis zu vier Erwachsene und ihre minderjährigen Kinder sitzen dürfen.

Eine Registrierungspflicht der Gäste durch die Wirte wie in der Schweiz werde es nicht geben, betont Tourismusministerin Elisabeth Köstinger. Offenbar war das zwar geplant, wurde aber im letzten Moment wieder aus den Bestimmungen genommen. Überhaupt betonten Kurz, Köstinger und Gesundheitsminister Rudolf Anschober die Wahlfreiheit für die Gäste. Diese würden zwar ersucht, vorher zu reservieren, wie das in anderen Ländern oft üblich sei. "Wir in Österreich könnten auch in dieser Hinsicht mehr Kultur entwickeln", meint Köstinger. Aber es werde "natürlich auch möglich sein", ohne Reservierung in ein Lokal zu gehen und sich an einen freien Tisch führen zu lassen, ergänzt Kanzler Kurz.

Wichtig sei, "dass die Infektionsmöglichkeit so gering wie möglich ist", betont Köstinger, etwa durch größere Gastgärten. Dazu gehören spezielle Bestimmungen wie der vorgeschriebene Wechsel von Tischtüchern nach jeder Gästegruppe, abwischbare Speise- und Getränkekarten sowie das Verbot, gemeinsam zu benutzende Gegenstände wie Salz, Pfeffer oder Zahnstocher am Tisch aufzustellen. Kellnerin oder Ober bringen die Menage künftig auf Bestellung. Einen Überblick über die neuen Bestimmungen bietet die Internetseite www.sichere-gastfreundschaft.at der Wirtschaftskammer Österreich.

Nicht alles lasse sich für die so unterschiedliche Gastronomielandschaft im Detail regeln, sagt Kurz. Man verlasse sich auf Eigenverantwortung, Hausverstand sowie Kreativität und Leidenschaft der Wirtsleute. In der Einführungsphase werde man beratend zur Seite stehen. Strafen solle es erst dann geben, wenn Regeln absichtlich verletzt würden.

Pressekonferenz zum Nachschauen:

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