Österreich

ÖIAG-Aufsichtsrat dürfte Kemler-Vertrag verkürzen

Der Vertrag von ÖIGA-Vorstand Rudolf Kemler dürfte verkürzt werden. Am realistischsten erscheint, dass Kemler mit Oktober 2015 aufhört.

ÖIAG-Aufsichtsrat dürfte Kemler-Vertrag verkürzen SN/APA/GEORG HOCHMUTH
Rudolf Kemler als ÖIAG-Chef umstritten.

An und für sich sieht Kemlers Vertrag jetzt im Oktober eine quasi automatische Verlängerung um zwei Jahre bis 2017 vor. Das wären dann insgesamt fünf Jahre an der Spitze der ÖIAG gewesen. Gewesen - denn aufgrund der Aufregung um und in der wichtigen Beteiligung an der OMV zuletzt und zuvor auch wegen des Syndikats mit America Movil bei der Telekom Austria dürfte die Verlängerung nicht passieren. Nun zeichnet sich ab, dass eine Verkürzungsoption gezogen wird.

Politischer Wunsch der Regierungsparteien dürfte sein, dass Kemler noch bleibt, bis eine ÖIAG-Reform umgesetzt ist. Auf Anfrage wollte sich Eigentümervertreter Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) dazu allerdings nicht äußern. Auf die Reform will man sich allerdings schon seit der Regierungsbildung vor mehr als einem Jahr einigen, bisher scheiterten SPÖ und ÖVP aber daran. Zuletzt wurde angekündigt, dass das ÖIAG-Gesetz im ersten Quartal 2015 geändert werden soll.

Aufsichtsrat ist von Regierung nicht kontrollierbarNoch ist der Aufsichtsrat eine "unguided missile", also von der Regierung nicht kontrollierbar. Denn das Gremium erneuert sich seit schwarz-blauen Zeiten in den frühen 2000ern selbst, obwohl von der ÖIAG die Staatsanteile - also die Anteile aller Österreicher - an den Unternehmen OMV, Telekom Austria und Post AG verwaltet werden. Das soll sich durch die ÖIAG-Reform ändern, wie wohl auch der Vorstand, der nach Kemlers Abgang wieder proporzhaft aus zwei Personen bestehen dürfte.

Eine weitere Option wäre es, sich in der Mitte zu treffen, um das Gesicht zu wahren. Dann könnte der Vertrag auch auf 2016 verkürzt werden. Allerdings läuft die Meinungsbildung noch im Gremium - "und das dauert beim ÖIAG-Aufsichtsrat traditionell meist bis zum Beginn der Sitzung", sagte ein Insider Mittwochmittag zur APA. Die Sitzung beginnt am Donnerstag um 15.00 Uhr, gerechnet wird damit, dass sie bis in die Abendstunden dauert.

Quelle: APA

Aufgerufen am 19.11.2018 um 07:02 auf https://www.sn.at/wirtschaft/oesterreich/oeiag-aufsichtsrat-duerfte-kemler-vertrag-verkuerzen-3075613

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