Wirtschaft

Ökologischeres Steuersystem für Führungskräfte nachrangig

Trotz der Klimaerwärmung sehen heimische Führungskräfte eine Ökologisierung des Steuersystems als nachrangig an. Der Grund ist einfach: Es werden neue Steuern befürchtet. Zu diesem Teilergebnis kommt eine Umfrage des Beratungsunternehmens Deloitte unter 263 Führungskräften. Grundsätzlich sorgt das steuerliche Umfeld in Österreich demnach für Verunsicherung, hieß es beim Forum Alpbach.

Umfrage des Beratungsunternehmens Deloitte SN/APA (AFP)/DANIEL LEAL-OLIVAS
Umfrage des Beratungsunternehmens Deloitte

Die Unternehmen sehen gegenüber einer Ökologisierung vor allem Effizienz und Wirtschaftlichkeit im Vordergrund. Im Falle der Ökologisierung des Steuersystems sollten daher jedenfalls Entlastungen in anderen Bereichen vorgesehen werden: "Sollte der Gesetzgeber Schritte in diese Richtung setzen, müssen daher jedenfalls parallel umfassende steuerliche Erleichterungen mitgedacht werden", sagte Verena Gabler, Partnerin bei Deloitte Österreich, bei der Präsentation der "Tax Sourvey".

73 Prozent der befragten Führungskräfte bezeichnen die Steuersituation als "herausfordernd". Unsicherheit entsteht für 68 Prozent durch die unklare oder widersprüchliche Interpretationen von Steuerregeln. "Steuern und Kosten stellen seit Jahren einen klaren Standortnachteil für Österreich dar", so Gabler. "Hohe Abgaben und ein komplexes System erschweren das Wirtschaften hierzulande. Das schmälert die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs."

Die Unternehmensvertreter wünschen sich eine Vereinfachung des Steuersystems, Senkung der Lohnnebenkosten sowie grundsätzlich eine Verwaltungsvereinfachung. Eine Reduktion der Körperschafts- und Einkommensteuer wird als weniger dringend als das Thema der Lohnnebenkosten gesehen.

Mehr als die Hälfte der Befragten ist laut der Deloitte-Umfrage skeptisch, was die zukünftige Entwicklung des Steuerstandortes betrifft. Genau so viele klagen über häufige Gesetzesänderungen. "Das aktuelle steuerliche Umfeld führt immer wieder zu ungewollten Fehltritten seitens der Unternehmen", moniert Gabler. Dabei wollten es die Firmen "richtig machen". Nicht umsonst sei "Tax Compliances" eines jener Themen, das die Betriebe am stärksten beschäftige.

Quelle: APA

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