Wirtschaft

Ölbedarf steigt 2020 laut OPEC auf 101 Mio. Fass pro Tag

Die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) rechnet, dass der weltweite Öl-Bedarf nächstes Jahr auf im Schnitt 101 Millionen Fass (je 159 Liter) pro Tag steigen wird, rund 1,1 Prozent mehr als die für heuer erwarteten täglich 99,92 Mio. Barrel. Die stärksten Zuwächse werden für China, Indien, Asien insgesamt und Afrika erwartet, Europa dürfte wie heuer rund 0,2 Prozent Minus verzeichnen.

Der Bedarf soll damit um rund ein Prozent steigen SN/APA (Archiv)/HANS KLAUS TECHT
Der Bedarf soll damit um rund ein Prozent steigen

Den für heuer erwarteten globalen Verbrauchsanstieg hat die OPEC in ihrem neuen Monatsbericht von Freitag marginal um 0,04 Mio. Barrel/Tag (mb/d) auf 1,10 mb/d Plus nach unten revidiert. Dies ist vor allem auf die schwächer als erwartete Ölnachfrage aus dem OECD-Raum, Amerika, Teilen Asiens und dem Mittleren Osten im ersten Halbjahr 2019 zurückzuführen, so die Begründung der Organisation.

Die Prognose für 2020 unterliege Abwärtsrisiken, die sich aus Unsicherheiten über die weltwirtschaftliche Entwicklung ergeben, heißt es. Die OECD-Region dürfte sich 2020 im positiven Bereich befinden, da die amerikanischen OECD-Länder ein Wachstum des Ölverbrauchs aufweisen werden, während der europäische OECD-Raum und die OECD-Asien-Pazifik-Region einen Rückgang verzeichnen würden. "Es wird jedoch erwartet, dass die Nicht-OECD-Länder mit 1,05 mb/d weiterhin den größten Teil des Wachstums ausmachen werden." China und Sonstiges Asien würden voraussichtlich das Nachfrageplus in der Nicht-OECD-Region anführen.

Den größten Ölhunger haben traditionell die USA und China. Die Vereinigten Staaten dürften auch 2020 rund 21 Prozent des weltweit geförderten Erdöls verschlingen, so die OPEC. Den Bedarf Chinas schätzt sie auf 13 Prozent.

Auch im Juli dürfte die OPEC-Produktion leicht gesunken sein - nachdem im Mai erstmals seit langem die Schwelle von 30 Mio. Barrel/Tag unterboten wurde. Laut Sekundärquellen, auf die die OPEC in ihrem neuen Monatsbericht verweist, dürfte die führende OPEC-Fördernation im Juli im Tagesschnitt 9,70 mb gefördert haben, etwas weniger als im Juni. Laut direkter Kommunikation waren es 9,58 (nach 9,78) mb/d, heißt es. An zweiter Stelle wird der Irak mit 4,62 mb/d genannt, vor den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) mit 3,07 mb/d.

Das krisengeschüttelte Venezuela kam nach direkten Angaben gegenüber dem OPEC-Sekretariat auf nicht einmal ganz eine Million Fass täglich (ein leichter Rückgang), nach Sekundärquellen auf 742.000 Barrel pro Tag. In Libyen, wo auch die OMV tätig ist, dürfte die Förderung 1,08 mb/d betragen haben (etwas weniger als im Juni). Die Welt-Ölproduktion dürfte im Juli 98,71 mb/d betragen haben (etwas mehr als im Juni). Der OPEC-Anteil dürfte um 0,3 Prozentpunkte auf 30 Prozent zurückgegangen sein, schätzt die OPEC.

Quelle: APA

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