Österreich

Ölpreise steigen: Die Zeit des billigen Tankens ist vorbei

Für Autofahrer war 2016 ein gutes Jahr. Die Rohölpreise waren niedrig, Tanken daher billig. So kostete ein Liter Superbenzin zeitweise weniger als 1 Euro, Diesel sogar nur 90 Cent.

Preise unter einem Euro pro Liter wird es länger nicht mehr geben.  SN/bernhard schreglmann
Preise unter einem Euro pro Liter wird es länger nicht mehr geben.

Seit 2012 sind die Spritpreise kontinuierlich gefallen. Mit dem Billigtanken dürfte es aber vorerst vorbei sein, denn die Ölpreise ziehen wieder an.

2016 legten die Ölpreise so stark zu wie seit 2009 nicht mehr. Grund dafür war die im Dezember geschlossene Vereinbarung zwischen OPEC-Staaten und Nicht-Mitgliedern des Ölförderkartells über die Reduktion der Ölproduktion. Die OPEC-Länder sowie Russland und andere Staaten wollen ihre Ölproduktion ab 2017 um acht Millionen Barrel (je 159 Liter) am Tag drosseln. Zuvor, am 30. November, hatte sich die OPEC in Wien auf die erste Förderkürzung seit acht Jahren geeinigt.

Dies trieb die Ölpreise in den vergangenen Wochen ordentlich in die Höhe. Übers Jahr gesehen verteuerte sich die wichtige Nordseesorte Brent 2016 um 53 Prozent auf derzeit mehr als 57 Dollar je Fass. Die US-Sorte WTI legte um knapp 46 Prozent auf fast 54 Dollar zu. Anfang Jänner kostete ein Fass Öl zeitweise nur 27 Dollar, damals ging die Angst vor einer Ölflut um.

Für die ersten sechs Monate des Jahres 2017 erwarten Experten Ölpreise von rund 55 Dollar. Die Analysten von Raiffeisen rechnen bei der Sorte Brent mit einem Jahresdurchschnittspreis von 58 Dollar. Das dürfte auch die Sprit- und Heizölpreise steigen lassen, zumindest kurzfristig. Dass ein Liter Sprit aber wieder die Marke von 1,50 Euro überschreitet, wie das 2011 der Fall war, halten Experten aber für unrealistisch.

Nach oben gegangen ist 2016 auch der Goldpreis, und zwar um mehr als 9 Prozent auf 1.159 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Damit hat das Edelmetall seine dreijährige Talfahrt beendet. Die Unsicherheit über politische und wirtschaftliche Entwicklungen trieben die Anleger vor allem im Sommer und im dritten Quartal in Gold. Silber verteuerte sich 2016 so stark wie seit 2010 nicht mehr, nämlich um 17 Prozent auf mehr als 16 Dollar.

Der Euro hat hingegen ein Verlustjahr hinter sich. Die europäische Gemeinschaftswährung verlor aufs Jahr gesehen knapp vier Prozent. Am Freitag um 11 Uhr notierte die europäische Gemeinschaftswährung bei 1,0585 Dollar. Anfang 2015 war ein Euro noch etwa 1,20 Dollar wert gewesen.

Die Wahl von Donald Trump zum neuen US-Präsidenten stärkte zum Jahresende 2016 die amerikanische Währung enorm. Börsianer hoffen, dass die US-Wirtschaft aufgrund der von Trump angekündigten Steuersenkungen und hohen Infrastrukturinvestitionen floriert. Auch die jüngste Leitzinsanhebung der Notenbank Fed und die Hoffnung auf weitere Zinsschritte beflügeln den Dollar.

Das britische Pfund verlor im abgelaufenen Jahr mehr als 16 Prozent an Wert - dies aufgrund des Votums der Briten, aus der EU auszusteigen (Brexit). Derzeit bekommt man für einen Euro nur 0,8603 Pfund.

(APA)

Aufgerufen am 11.12.2017 um 06:21 auf https://www.sn.at/wirtschaft/oesterreich/oelpreise-steigen-die-zeit-des-billigen-tankens-ist-vorbei-569083

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