Wirtschaft

OeNB attestiert heimischen Banken gute Größe

Vor zehn Jahren, als die internationale Finanzkrise um sich griff, hatten die Banken Österreichs samt ihrer Auslandsaktivitäten eine sehr ungesunde Größe für das Land. 2008 machte die Bilanzsumme des Bankensektors nicht weniger als 400 Prozent des BIP aus. Ende des 3. Quartals 2018 lag deren relative Größe bei 265 Prozent. Die OeNB zeigte sich mit der "Gesundschrumpfung" zufrieden.

Nowotny hält die heimischen Banken groß genug für Europa SN/APA/HANS PUNZ
Nowotny hält die heimischen Banken groß genug für Europa

Frühere Problembanken sind aus dem Markt genommen worden, die Bilanzsumme ist in Summe gesunken, das BIP gestiegen. Notenbankgouverneur Ewald Nowotny und sein Vize Andreas Ittner sprachen am Donnerstag von einer gesunden Struktur nach der strukturellen Konsolidierung zehn Jahre nach der Krise. Die Anzahl der Banken ist in diesen zehn Jahren um ein Drittel gesunken.

Nowotny hält die heimischen Banken groß genug für Europa, wenn auch nicht groß genug für die Welt. Darin sieht er keinen Nachteil. In der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) beurteilt man auch die lokale Verankerung der hiesigen Geldinstitute als großen Vorteil.

Wie viele Kreditinstitute es in zehn Jahren im Land idealerweise geben sollte und wie groß die dann sein sollten, darüber machen die Notenbanker keine Angaben. Zweifellos werde die Bankenlandschaft anders aussehen, meint Ittner. Sehr gute Chancen sieht er weiter in der "Cross-Border-Aufstellung".

Zur Zeit werde die Wettbewerbsfähigkeit der Banken allerdings von zwei Seiten in die Zange genommen: Sie müssten ihre Kostenprogramme fahren und zugleich massiv in neue Technologien und Geschäftsfelder investieren. Den expandierenden Fin-Techs werden die Banken aber nicht weichen müssen, glaubt man in der Nationalbank. Im Gegenteil, viele Banken nähmen FinTech-Firmen über Kooperationen mit ins Boot. Mehr gefordert sehen sich Banken und auch Notenbanken und Regulatoren durch das Vordringen der Tech-Riesen im Zahlungsverkehr.

Krypto-Assets wie Bitcoins seien bisher keine Alternative im Zahlungsverkehr und sie werden es wohl auch für die nächsten 15 Jahre und darüber hinaus nicht werden, meinte Notenbankdirektor Kurt Pribil heute. Eine einzige Überweisung brauche derzeit so viel Energie wie ein Haushalt in einem ganzen Monat. Und schnell seien diese Zahlungen erst recht nicht.

Quelle: APA

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