Österreich

OeNB rechnet heuer mit 1,4 Prozent Wirtschaftswachstum

Die heimische Wirtschaft dürfte heuer um 1,4 Prozent gewachsen sein und die kommenden Jahre bis 2019 um jeweils 1,5 Prozent zulegen, erwartet die Oesterreichische Nationalbank (OeNB). Österreichs Wirtschaft sei auf einem guten Pfad, den man aber mit Vorsicht betrachten müsse, fasste OeNB-Gouverneur Ewald Nowotny zusammen. Solche Wachstumsraten entsprächen aber wohl einer "neuen Normalität".

OeNB rechnet heuer mit 1,4 Prozent Wirtschaftswachstum SN/APA/HANS KLAUS TECHT
Nationalbank bleibt bei ihrer Prognose.

Die OeNB hatte zwar noch im Juni für heuer ein Wachstum von 1,6 Prozent vorhergesagt, dieses aber im September bereits auf 1,4 Prozent revidiert. Das stärkere Wachstum als in den Vorjahren verdankt Österreich der Nachfrage im Inland: Die Bürger geben nach der Steuerreform mehr für den Konsum aus und die Unternehmen investieren mehr in Anlagen und Maschinen. Auch wenn es meist Ersatzinvestitionen und keine zusätzlichen Anschaffungen seien, sei dies ein positives Signal. Auch haben die Konsumenten keineswegs ihr ganzen zusätzlichen Realeinkommen durch die Steuerreform schon ausgegeben: "Die Steuerreform ist noch nicht in der Konsumneigung angekommen", sagte OeNB-Chef-Volkswirtin Doris Ritzberger-Grünwald. Die Sparquote sei 2016 mit 8,9 Prozent auf einen langfristigen Höchststand geklettert - davon dürfte Österreich in den kommenden Jahren noch profitieren. Die Sparquote dürfte in den nächsten Jahren wieder zurückgehen.

Die Exporte, die davor jahrelang die heimische Konjunktur angetrieben haben, werden sich "nicht so berauschend" entwickeln, dennoch dürfte Österreich seinen Anteil am Welthandel halten können, vor allem weil die wichtigsten Exportmärkte überdurchschnittlich wachsen werden.

"Die wirklich gute Nachricht" in Bezug auf die Beschäftigung ist die Zunahme der geleisteten (bezahlten) Arbeitsstunden, sagte Ritzberger-Grünwald. Es entstehen also nicht mehr nur Teilzeit-, sondern vermehrt auch Vollzeitjobs. Da aber das Arbeitskräfteangebot stärker zulegt als die neuen Jobs, wird die Arbeitslosigkeit noch steigen, auf 6,3 Prozent nach EU-Berechnung in den kommenden beiden Jahren. Zwar sagen die Zahlen für 2019 einen minimalen Rückgang auf 6,2 Prozent voraus, aber 2019 sei für eine Prognose "schon sehr weit weg", relativiert Ritzberger-Grünwald. Ältere Menschen, die länger arbeiten, und Migranten stellen das stärkste Kontingent für die zusätzlichen Arbeitskräfte.

Bei der Inflation rechnet die OeNB mit einem deutlichen Anstieg von zuletzt 0,9 Prozent auf knapp unter zwei Prozent (2017: 1,5 Prozent, 2018: 1,7 Prozent, 2019: 1,8 Prozent), weil die Energiepreise nicht mehr fallen, Gaststätten und Beherbergungsbetriebe ihre Preise deutlich erhöhen dürften und die öffentliche Hand die Gebühren steigert. Die Teuerungsrate entspricht dann aber dem EU-Schnitt und sei insbesondere "im Einklang" mit der Situation in Deutschland, sagte Nowotny - nachdem sie zuletzt einige Jahre höher gewesen war.

Quelle: APA

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