Österreich

OeNB-Studie: Südosteuropäer vertrauen dem Euro

Der Euro als Zahlungsmittel spielt in zahlreichen Ländern Mittel- und Südosteuropas neben der lokalen Währung eine wichtige Rolle, weil die Menschen der europäischen Währung oft mehr vertrauen als der eigenen. Laut einer Studie der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) gibt es dafür mehrere Gründe.

Vor dem Euro diente schon der Schilling als Parallelwährung.  SN/APA (Archiv)/HELMUT FOHRINGER
Vor dem Euro diente schon der Schilling als Parallelwährung.

Einerseits haben viele Bürger wegen der Erinnerung an schlechte Erfahrungen mit der eigenen Währung, etwa Hyperinflation oder Konfiskation der Ersparnisse, wenig Vertrauen in die Stabilität der jeweiligen Landeswährung. Aber auch die Erwartung, dass der Euro innerhalb der nächsten zehn Jahre ohnehin als offizielle Landeswährung eingeführt werde, spiele dabei eine wichtige Rolle. Schließlich ist auch der "Netzwerkeffekt" dafür verantwortlich, wonach es vorteilhaft sei, eine fremde Währung zu verwenden, wenn ein großer Teil der Bevölkerung und der Unternehmen dies auch tut.

In einer Studie haben Thomas Scheiber und Caroline Stern (beide OeNB) mögliche Ursachen für Währungssubstitution in zentral- und südosteuropäischen Ländern auf Basis einer Datenerhebung vom Herbst 2014 untersucht. Die Studie ist im aktuellen Heft (Q4/16) der OeNB-Reihe "Focus on European Economic Integration" (FEEI) veröffentlicht.

In Serbien verwendet laut einer Euro-Erhebung der OeNB mehr als die Hälfte der Menschen den Euro als Zahlungsmittel bei Immobilientransaktionen. Der Anteil des Euro am gesamten Bargeldumlauf beträgt in Serbien beinahe 60 Prozent und in Mazedonien 38 Prozent. Im Kosovo und in Montenegro ist der Euro überhaupt offizielle Währung, auch wenn beide Länder nicht einmal der EU angehören.

Insgesamt waren weltweit Ende Oktober 2016 rund 1.129 Milliarden Euro im Umlauf. Etwa 15 bis 25 Prozent davon werden für Zahlungstransaktionen verwendet. Schätzungen zufolge zirkulieren 25 bis 35 Prozent des Euro-Bargelds außerhalb des Euroraums.

Vor dem Euro war es schon die D-Mark oder der Schilling, die als Parallelwährung zur jeweiligen Landeswährung in den Ländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas verwendet wurden.

Quelle: APA

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