Wirtschaft

Österreich kämpft verstärkt um Urlauber aus aller Welt

Die geopolitische Lage hat sich etwas beruhigt. Ägypten und die Türkei sind wieder besser gebucht. Das bedeutet auch verschärfte Konkurrenz für das Urlaubsland Österreich.

Zum Winterausklang denken viele längst an den Sommerurlaub. Die geopolitische Lage hat sich etwas beruhigt - die Türkei und Ägypten rücken wieder in den Blickpunkt. "Wir sind natürlich auf einem sehr starken Wettbewerbsfeld unterwegs", betonte Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) am Mittwoch auf der weltgrößten Branchenmesse ITB in Berlin.

Die neue Regierung scheint darauf Rücksicht zu nehmen und der Tourismusbranche einen höheren Stellenwert einzuräumen als dies in den Jahren davor der Fall war. Jedenfalls hat sie bereits Erleichterungen angekündigt - so etwa die Senkung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes auf Urlaubernächtigungen von 13 auf 10 Prozent, die vergangene Woche den Ministerrat passierte und zum Start der Wintersaison 2018/19, ab 1. November 2018, gelten soll. Die Abgabe war im Zuge der letzten Steuerreform angehoben worden.

"Das ist kein Geschenk an die Hotellerie, sondern zum einen die Rücknahme eines Fehlers, der vor zwei Jahren passiert ist, und zum anderen die große Bitte, weiter zu investieren und die Infrastruktur auszubauen", sagte Köstinger. Das sei ein "wichtiges erstes Signal der Bundesregierung an die Branche" und soll den "Startschuss geben zu einem längeren Prozess".

"Wir wollen heute die Ausarbeitung des Masterplans Tourismus anstoßen und damit den Grundstein für die nächsten Jahre legen", sagte die Ministerin und bat für die kommenden Monate um "Input aus der Branche", wohin sich der Tourismus entwickeln solle und welche Werkzeuge dazu benötigt würden. "Dieses Vorhaben ist auch im Regierungsprogramm verankert."

Viel Potenzial in der Vor- und Nachsaison

Als Eckpfeiler der neuen Tourismusstrategie ("Masterplan T") nannte die Ministerin unter anderem die intensivere Verzahnung von Tourismus, Landwirtschaft und Kulinarik sowie den Bereich Finanzierung und Investitionen - wo man beispielsweise von europäischen Förderungen profitieren könnte. Im Fokus stehe auch das gemeinsame Marketing aller heimischen Tourismusorganisationen im Ausland und wo die Branche im Hinblick auf die zunehmende Digitalisierung investieren müsse.

Weiters soll der "Erfolg" der Beherbergungsbetriebe nicht mehr nur an Rekorden bei Gästeankünften und Urlaubernächtigungen festgemacht werden, sondern die tatsächliche Wertschöpfung besser widerspiegeln. "Obwohl wir ein Nächtigungsplus haben, sinkt die Möglichkeit zu investieren", gab Köstinger die Leiden der Branche wider. "Die Spanne zwischen Nächtigungen und Ertrag hat sich sukzessive verkleinert." Das liege unter anderem an den hohen Lohnabgaben. Neben dem Ertrag der Unternehmen wäre etwa auch die Anzahl der Belegungstage interessant. "Wir haben sehr viel Potenzial in der Vor- und Nachsaison", merkte sie an.

144 Millionen Nächtigungen im Jahr 2017

Aktuell ist Urlaub in Österreich jedenfalls auch international sehr gut nachgefragt - 2017 legte die Zahl der Übernachtungen in den heimischen Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen gegenüber dem Jahr davor um 2,5 Prozent auf gut 144 Millionen zu. Die Branche blickt auch zuversichtlich in den heurigen Sommer: "Die Buchungslage sieht sehr gut aus, aber wie gesagt, auch die anderen Länder haben angezogen", räumte die Obfrau der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich, Petra Nocker-Schwarzenbacher, ein.

Die ITB in Berlin ist die jährliche Leitmesse der weltweiten Reisebranche. Vom 7. bis 11. März steht das Messegelände am Funkturm ganz im Zeichen des Tourismus. "110.000 Fachbesucher werden sich in den nächsten Tagen hier tummeln und wir versuchen natürlich, Österreich bestmöglich zu vermarkten und zu positionieren", sagte die Geschäftsführerin der nationalen Tourismusmarketing-Organisation Österreich Werbung (ÖW), Petra Stolba, auf der Messe.

Das Urlaubsland Österreich präsentiert sich in Halle 17 auf mehr als 1.200 Quadratmetern mit einem Stand, der 44 Aussteller und Lounges beherbergt. Bis Sonntag werden - inklusive Privatleuten - insgesamt rund 180.000 Besucher in den 26 Messehallen der ITB erwartet.

(APA)

Aufgerufen am 20.06.2018 um 01:38 auf https://www.sn.at/wirtschaft/oesterreich/oesterreich-kaempft-verstaerkt-um-urlauber-aus-aller-welt-25104118

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