Österreich

Österreich und Russland wollen gemeinsam Tourismus beleben

Österreich und Russland wollen mit einem "Tourismusjahr" einen seit 2014 andauernden Abwärtstrend im österreich-russischen Fremdenverkehr stoppen. Dafür sei es nötig, ein neues Angebot zu entwickeln, das Touristen inspiriere, verwundere oder Interesse wecke, erklärte die für Tourismus zuständige russische Vizekulturministerin Alla Manilowa am Mittwoch gegenüber der APA.

"Im Vergleich zu 2013, dem besten Jahr für den russisch-europäischen Fremdenverkehr, sieht die aktuelle Lage negativ aus und sie verschlechtert sich weiter", sagte Manilowa am Rande einer Pressekonferenz in Wien, bei der sie und eine Vertreterin des österreichischen Wirtschaftsministeriums die Erklärung zum gemeinsamen Tourismusjahr unterzeichneten. In zahlreichen Veranstaltungen soll 2017 das wechselseitige touristische Interesse belebt werden.

Im ersten Halbjahr 2016 hätten um 3 Prozent weniger österreichische Touristen Russland besucht als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, die Anzahl russischer Touristen in Österreich sei gar um 19 Prozent zurückgegangen. Laut Manilowa besuchen jährlich etwa 50.000 österreichische Touristen die Russische Föderation, nach Information der Österreich Werbung reisten 2015 etwa 300.000 Russen Österreich.

Als Maßnahme gegen diesen Rückgang schlug Manilowa neue touristische Angebote vor. Als konkrete Beispiele nannte sie für österreichische Touristen, die bisher hauptsächlich St. Petersburg besuchten, Touren zu Landsitzen weltberühmter Komponisten in der russischen Provinz, Flusskreuzfahrten sowie Reisen zum Baikalsee in Sibirien oder in das nordwestrussische Karelien.

Aber auch Österreich müsse sich bemühen, dass russische Touristen nicht ausschließlich Wien und Salzburg besuchten. "Kärnten wurde in Russland nie wirklich vermarktet, bietet jedoch nahezu alles für jene russischen Touristen, die sich eine vielfältige Erholung wünschen", erklärte Manilowa. Auch Linz und Graz könnten ihrer Ansicht nach in Russland stärker promotet werden.

Die aktuelle weltpolitische Situation spiele für russische Touristen in Bezug auf Österreich keine Rolle, betonte Manilowa. Russen würden lediglich jene Länder meiden, in denen sie mit Feindseligkeiten rechnen würden. "Österreich gehört nicht zu diesen Ländern - russische Touristen werden hier äußerst freundlich aufgenommen und es gibt stets ein freundliches Lächeln", sagte die für Tourismus verantwortliche Spitzenbürokratin.

Quelle: APA

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