Wirtschaft

Österreichs Agrarexporte weiter im Aufwind

Heimische Lebensmittel erfreuen sich im Ausland unvermindert steigender Beliebtheit. Die Exporte von Agrarlebensmitteln stiegen im ersten Halbjahr 2019 um 5 Prozent auf 6,1 Mrd. Euro, und damit deutlich stärker als die gesamten österreichischen Ausfuhren (plus 3,3 Prozent). Da die Lebensmittelimporte weniger stark zulegten, ging das Handelsdefizit im Halbjahr auf nur mehr 0,1 Mrd. Euro zurück.

Lebensmittel machen 60 Prozent aller Agrarexporte aus SN/APA/Symbolbild/ROBERT JAEGER
Lebensmittel machen 60 Prozent aller Agrarexporte aus

Die Ausfuhr von Energy-Drinks, Limonaden und Eistees verzeichneten einen starken Anstieg (plus 11,1 Prozent) und machen bereits ein knappes Fünftel der Agrarexporte aus. Von diesen Exporten, hauptsächlich Energy-Drinks, im Wert von 1,2 Mrd. Euro gingen im ersten Halbjahr zwei Drittel (830 Mio. Euro) in die USA. Zweitwichtigste Produktgruppe ist Tierfutter vor Backwaren (jeweils etwa 300 Mio. Euro).

Trotz nachlassender Konjunktur, drohendem Brexit und Strafzöllen der USA erwartet die Branche ein weiteres Wachstum: "Wir gehen davon aus, dass sich die Erfolgsgeschichte der österreichischen Exporte bei Lebensmitteln und Getränken fortsetzen wird", sagte Michael Blass, Geschäftsführer der AMA-Marketing, am Donnerstag in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Katharina Koßdorf, Geschäftsführerin des WKÖ-Fachverbandes der Lebensmittelindustrie anlässlich der Lebensmittelmesse Anuga.

Die Lebensmittelindustrie, die für 60 Prozent der Agrarlebensmittelexporte verantwortlich zeichnet, kam im ersten Halbjahr sogar auf eine Steigerung der Ausfuhren um 6,3 Prozent auf 3,7 Mrd. Euro. Fast 60 Prozent der Ausfuhren der Lebensmittelindustrie gingen nach Deutschland.

Zuletzt stark gestiegen sind auch die Ausfuhren der Lebensmittelindustrie nach Großbritannien. Im ersten Halbjahr 2019 waren es 102 Mio. Euro, das Plus zum ersten Halbjahr 2018 betrug 13,7 Prozent. Da seien viele Vorziehkäufe schon dabei, sagte Koßdorf: "Die Briten kaufen jetzt österreichische Lebensmittel ein, solange es noch einfach geht."

Die österreichische Lebensmittelindustrie sei auf den Brexit gut vorbereitet. Bei einem EU-Austritt der Briten ohne Abkommen würden die allgemeinen WTO-Zölle gelten. Da schon jetzt in 180 Länder exportiert werde, sei die Branche auch mit WTO-Bestimmungen vertraut, so Koßdorf. Die große Frage sei, ob auch die Briten vorbereitet sein werden - ob es also auf der Insel die entsprechenden Strukturen geben wird, um Zölle abzuwickeln.

Wie hoch die Zollbelastung ausfallen wird, sei nicht mit einem einfachen Wert darstellbar, die Zollsätze reichen von null bis 30 Prozent, bei alkoholfreien Getränken etwa liegen sie bei 9,6 Prozent. Teilweise werde der Zoll auch pro Kilo oder Liter und nicht pro Warenwert berechnet.

Wichtigstes Exportland für heimische Agrarprodukte ist traditionell Deutschland. Ins nördliche Nachbarland gingen insgesamt Waren um 2,1 Mrd. Euro, davon 1,3 Mrd. von der Lebensmittelindustrie. Das entspricht mehr als einem Drittel aller Agrarexporte. Den Agrarexporten im Wert von 6,1 Mrd. Euro standen Importe im Wert von 6,2 Mrd. Euro gegenüber. Das traditionelle Handelsdefizit ist damit im Vergleich zur Vorjahresperiode geschrumpft.

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