Österreich

Österreichs Banken auf gutem Weg

Notenbank-Direktor Andreas Ittner hat die österreichischen Banken davor gewarnt, bei ihren Bemühungen, robuster zu werden, auf halbem Weg stehen zu bleiben. Insgesamt befänden sie sich aber auf dem richtigen Weg und hätten ihre Risikotragfähigkeit gestärkt. Kapital und Ertragskraft blieben aber Herausforderungen. Die Gewinne kämen noch immer großteils aus Osteuropa.

Österreichs Banken auf gutem Weg SN/APA/HELMUT FOHRINGER
Die Gewinne kommen noch immer großteils aus Osteuropa.

Durch das Niedrigzinsumfeld werde der weitere Weg aber erschwert. Dies zeige sich an der langfristig rückläufigen Entwicklung des Nettozinsergebnisses, das im ersten Halbjahr 2016 um ein Viertel gefallen sei. Ohne Erträge könne aber kein Kapital aufgebaut werden, gab Ittner am Freitag im Rahmen der Alpbacher Finanzmarktgespräche bei einem Pressegespräch zu bedenken.

Stellschrauben, an denen die Banken drehen könnten, wären Kostenreduktionen, erhöhte Entscheidungs- und Umsetzungsgeschwindigkeiten und alternative Ertragsquellen. "Wir werden auch in Zukunft Banken zur Risikobewertung brauchen. Das kann nicht von Automaten übernommen werden, muss von Menschen gemacht werden", führte Ittner aus.

Das Umfeld für den europäischen Bankensektor sei schwierig. Die Kostenstruktur der von der Europäischen Zentralbank (EZB) beaufsichtigten Großbanken (SSM) sei deutlich ungünstiger als jene der US-Banken oder in Japan.

Die Marktbereinigung in Europa gehe nur sehr zäh vor sich, die Konzentration am europäischen Bankensektor sei deutlich geringer. Die Rentabilität liege trotz niedriger Risikokosten unter den Erwartungen, und die notleidenden Kredite seien vier Mal so hoch wie in den USA. "Der notwendige Strukturwandel in Europa steht noch bevor", so Ittner.

Die Finanzmarktreformen nach der Krise seien notwendig und richtig gewesen. Es gebe allerdings Anpassungsbedarf. "Wir sind dabei, uns zu verzetteln", gab Ittner zu Bedenken. Bei den sehr komplexen Regularien mit ihren vielen Punkten könne die große Perspektive nicht ausreichend verfolgt werden. Es bestehe die Gefahr einer "Checklist"-Mentalität. "Das Regelwerk braucht Konsolidierung, um konsistent bleiben", meinte Ittner.

Quelle: APA

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