Wirtschaft

Österreichs Immobilienmarkt floriert, Preise stiegen weiter

Der Immobilienmarkt in Österreich floriert, im ersten Halbjahr haben sowohl die Verkäufe als auch der Wert der verkauften Liegenschaften gegenüber den Rekordwerten von 2016 und 2017 noch einmal kräftig zugelegt. 64.901 Immobilien wurden in der ersten Jahreshälfte verbüchert, um 7,6 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum, wie aus Grundbuch-Auswertungen des Maklerverbundes Remax hervorgeht.

64.901 Immobilien wurden in der ersten Jahreshälfte verbüchert SN/APA/GEORG HOCHMUTH
64.901 Immobilien wurden in der ersten Jahreshälfte verbüchert

Die heuer im ersten Halbjahr ins Grundbuch eingetragenen Immobilien erreichen einen Verkaufswert von 15,6 Mrd. Euro, ist aus den öffentlich zugänglichen Kaufverträgen ersichtlich. Das ist ein neuer Rekord. Die Steigerungsrate sei mit 1,7 Mrd. Euro oder 12,5 Prozent höher als im Vorjahr, aber moderat im Vergleich zu jener von 2016 und 2015 mit plus 21 bzw. plus 31 Prozent, heißt es in einer Remax-Aussendung von Montag.

"Immobilien als Investition für den Eigenbedarf sind weiterhin sehr begehrt", sagte der Geschäftsführer von Remax Austria, Bernhard Reikersdorfer. "Aber auch bei Anlegern erfreuen sich Immobilien mangels fehlender alternativer Geldanlagemöglichkeiten weiter großer Beliebtheit." Weitere Gründe für die aktuelle Immobilienmarkt-Situation seien eine Binnenwanderung aus weniger gut erschlossenen Alpentälern und aus Randlagen der Steiermark, des Burgenlandes und Kärntens in die städtischen Ballungszentren bzw. deren Speckgürtel sowie der Zuzug vor allem aus Deutschland und anderen EU-Ländern. "Das Immobilienangebot ist nach wie vor gut, die Nachfrage hoch, das Zinsniveau historisch niedrig und die Grundstimmung in der Wirtschaft und der Bevölkerung positiv. Im Moment passen einfach alle wichtigen Voraussetzungen für einen gut florierenden Immobilienmarkt", so Reikersdorfer.

Regional betrachtet sind die Entwicklungen sehr unterschiedlich. "Kleinere Betrachtungsmengen ergeben immer größere Schwankungsbreiten, ein bekanntes Problem jeder Statistik", erklärte Remax-Geschäftsführer Anton Nenning in der Aussendung. "Daher finden wir auch die größeren Preisausschläge in den Immobilienmärkten der kleineren Bundesländer."

Ganz klar ist aber die starke Wien-Lastigkeit des österreichischen Immobilienmarktes - neun der Top-10-Immobilienverkäufe fanden im ersten Halbjahr 2018 in Wien statt: Die Nummer 1, 2 und 5 im Ranking jeweils in der Mariahilfer Straße mit Verkaufspreisen von 125 Mio., 60 Mio. und 33,5 Mio. Euro. 48 Mio. Euro kostete ein Zinshaus in Wien-Landstraße und 39 Mio. Euro eine Liegenschaft in Wien 22. Der Wertanteil der Wiener Immobilienkäufe am österreichischen Gesamtmarkt ist im ersten Halbjahr auf 31,9 Prozent gestiegen. Das ist mehr als die verbücherten Immobilieninvestments der Bundesländer Burgenland, Kärnten, Vorarlberg, Salzburg und Tirol zusammen.

Quelle: APA

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