Österreich

OMV machte im zweiten Quartal 168 Mio. Euro Verlust

Nach einer am Dienstagabend bekannt gegebenen Wertberichtigung in Höhe von 530 Mio. Euro für den OMV-Anteil am Öl- und Gasprojekt Rosebank weist das österreichische Öl-und Gasunternehmen für das zweite Quartal 2016 einen Periodenverlust von 168 Mio. Euro aus - nach einem Überschuss von 209 Mio. Euro im Vergleichsquartal des Vorjahres.

OMV machte im zweiten Quartal 168 Mio. Euro Verlust SN/APA/ROBERT JAEGER
OMV verkauft 30-prozentigen Anteil am Öl- und Gasprojekt Rosebank.

Der Betriebserfolg drehte im Jahresabstand von 222 Mio. auf -300 Mio. Euro ins Minus, wie die OMV am Mittwoch ad hoc mitteilte. Der Umsatz brach um 19 Prozent auf 4,614 Mrd. Euro ein.

Am Dienstagabend hatte die OMV überraschend bekannt gegeben, dass sie ihren 30-prozentigen Anteil am Öl- und Gasprojekt Rosebank in der britischen Nordsee an die kanadische Firma Suncor Energy verkaufen wird. Nach dieser Transaktion soll der OMV-Anteil an Rosebank bei 20 Prozent liegen.

Das Ziel einer Kostensenkung von 100 Mio. Euro für 2017 werde man voraussichtlich schon heuer erreichen, teilte die OMV mit. Daher habe man sich ein neues Kostensenkungsziel von über 150 Mio. Euro für 2017 (im Vergleich zu 2015) gesetzt. Die für 2016 ursprünglich geplante Investitionssumme von 2,4 Mrd. Euro wurde auf 2,2 Mrd. Euro reduziert.

Die OMV hat zwar durch den Produktionsanlauf in Norwegen ihre Öl- und Gasproduktion im zweiten Quartal um 3 Prozent auf 316.000 boe/d (Barrel Öl-Äquivalente pro Tag) gesteigert - allerdings war der durchschnittliche Brent-Preis in US-Dollar um 26 Prozent niedriger.

Für das Gesamtjahr 2016 rechnet die OMV mit einem durchschnittlichen Brent-Ölpreis von 40 Dollar pro Fass. Auf dem europäischen Gasmarkt werde es weiterhin ein Überangebot geben, die Gaspreise an den europäischen Spotmärkten auf dem Niveau von Ende Juni 2016 bleiben.

Der Verkauf des 30-Prozent-Pakets am britischen Öl-und Gasprojekt Rosebank "schafft für uns Spielraum", sagte OMV-Chef Rainer Seele am Mittwoch bei der Präsentation der Halbjahreszahlen. "Dieses Milliardenprojekt ist die größte Einzelinvestition der OMV in der Region, sie lastet schwer auf der OMV. Und die Entlastung tut uns wirklich gut."

Bei Rosebank handle es sich um ein Großprojekt mit Milliarden an Folgekosten, erklärte Seele. "Unser Anteil sinkt von 50 auf 20 Prozent, das bringt eine deutliche Entlastung des zukünftigen Cashflows." Beim Closing der Transaktion mit dem kanadischen Käufer Suncor erhält die OMV eine fixe Zahlung von 50 Mio. US-Dollar (derzeit 45,13 Mio. Euro), weitere bis zu 165 Mio. Dollar folgen abhängig vom Zeitpunkt der Investitionsentscheidung.

Der teilweise Ausstieg aus Rosebank sei nicht spontan geschehen, "wir haben das seit längerer Zeit geplant", sagte Upstream-Vorstand Johann Pleininger. Man werde künftig weltweit "wirtschaftlich schwache Assets abgeben und versuchen, starke Assets mit niedrigen Kosten in unser Portfolio aufzunehmen". Seit 2014 habe die OMV ihre Produktionskosten schrittweise von 16,60 Dollar pro Barrel auf derzeit 11,50 Dollar gesenkt. Den Einwand, dass man die Kostenersparnis mit einem höheren Risiko bezahle, lässt Seele nicht gelten. "Was bringt uns ein Ölfeld, das in einer politisch stabilen Region liegt, wenn ich damit kein Geld verdienen kann."

Die Anleger nahmen den Verkauf von Rosebank wegen der damit verbundenen Abwehr von Folgekosten offenbar eher positiv auf, die OMV-Aktien legten bis 13 Uhr um 0,78 Prozent auf 24,56 Euro zu, bei leicht schwachem Marktumfeld.

Quelle: APA

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