Wirtschaft

Post AG mit Plus 2018 - Bespitzelungsvorwürfe "Bullshit"

Die Österreichische Post konnte 2018 Umsatz und Ergebnis leicht steigern, für heuer werden ähnliche Zahlen erwartet. Die bisher erfolglose Suche nach einem Nachfolger für die Kooperation mit der BAWAG sieht Postchef Gerog Pölzl überbewertet. Die Vorwürfe, die Post würde ihre Kunden bespitzeln, bezeichnete er heute bei der Bilanzpressekonferenz als "Bullshit".

Positive Entwicklung im Paketgeschäft der Post SN/APA (Archiv)/HANS PUNZ
Positive Entwicklung im Paketgeschäft der Post

Dass die Post das Österreich-Geschäft der deutschen DHL übernimmt, sieht er nicht als Antwort auf den Einstieg von Amazon ins Paketzustellungsgeschäft im Oktober des Vorjahres. Dies sei eine reine Medienspekulation. Zu den Kosten der Einigung mit DHL äußerste sich Pölzl nicht, man habe für die Übernahme der Infrastruktur gezahlt. Die DHL-Mitarbeiter würden in die Post integriert und angestellt. Ein Paketzusteller bekomme rund 2.000 Euro brutto im Monat.

Für Mitbewerber und mögliche Neueinsteiger hatte Pölzl heute folgende Botschaft: "Wenn jemand ins Brief- oder Paketgeschäft einsteigen will, soll er sich besser an uns als gegen uns wenden."

Die teilstaatliche börsenotierte Österreichische Post sei jedenfalls sehr gut aufgestellt. Es wurde das beste Ergebnis in der Geschichte und das neunte Jahr in Folge eine Ergebnissteigerung erzielt, betonte der langjährige Post-Generaldirektor. In Zahlen gegossen heißt das: Das Betriebsergebnis (EBIT) legte um 1,5 Prozent auf 210,9 Mio. Euro zu, beim Umsatz gab es ein Plus von einem Prozent auf 1,96 Mrd. Euro. Die positive Entwicklung im Paketgeschäft setzte sich fort (plus 11,5 Prozent), im Briefgeschäft hielt der Abschwung an (minus 2,5 Prozent). Der Personalstand blieb mit 20.545 Vollzeitkräften auf Vorjahresniveau. Heuer werden 180 neue Lehrlinge aufgenommen.

Den geplanten Anstieg der Dividende um 1,5 Prozent auf insgesamt 140,5 Mio. Euro verteidigte Pölzl, die Summe sei alleine durch den Free Cashflow von 158,4 Mio. Euro abgedeckt. Hauptprofiteur der Ausschüttung ist der Staatshaushalt, da die Post zu 53 Prozent dem Staat gehört. An die Hauptversammlung soll der Vorschlag ergehen, die Aktie auf 2,08 Euro pro Stück anzuheben. "Die Post-Aktie ist das beste Sparbuch, das ich kenne", betonte Österreichs oberster Postler. Freuen dürfen sich auch die Mitarbeiter, sie bekommen für 2018 eine Ergebnisprämie von 889 Euro pro Person.

Zur Datenaffäre meinte Pölzl, die rechtliche Klärung laufe. Der Ärger der Kunden sei weit weniger spürbar gewesen als das die intensive Medienberichterstattung suggerieren würde. Es habe einige tausend Beschwerden gegeben. "Wogegen wir uns entschieden wehren ist, dass wir bespitzeln, das ist Bullshit", so Pölzl.

Kritik, dass das Post-Onlineportal "Shöpping" schwächle, ließ Pölzl heute bei der Jahresbilanzpressekonferenz nicht gelten. Der Umsatz habe sich in den ersten beiden Monaten mit 1,5 Mio. Euro im Jahresvergleich verdreifacht. Und auch die negative Darstellung der schleppenden Partnersuche für einen BAWAG-Nachfolger relativierte der Postchef. Das Finanzgeschäft mache nur 3 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Die Suche gehe jedenfalls weiter, alleine wolle man Finanzdienstleistungen "auf keinen Fall" anbieten.

Zum Ausblick für heuer erklärte Pölzl: "Wir setzen auf Stabilität und Profitabilität, das haben wir in den vergangenen Jahren geschafft und werden wir hoffentlich auch heuer schaffen." Es werde 2019 eine Investitionsoffensive geben, primär in der Erweiterung der Sortierkapazitäten im Paketgeschäft und im Immobiliensektor, wo die Post bereits jetzt über eine Million Quadratmeter verwaltet.

Quelle: APA

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