Österreich

Preise für Immobilien steigen auch im Billigsegment

Im untersten Preissegment drohen Preissteigerungen von 5,1Prozent. Ländliche Gegenden holen auf. Auch in Salzburg dreht sich die Preisspirale weiter.

Wohnen bleibt teuer.  SN/robert ratzer
Wohnen bleibt teuer.

Der Immobilienmarkt wird heuer das Rekordjahr von 2016 noch einmal übertreffen. Die Nachfrage wird stärker sein als das Angebot, in zentralen Lagen steigen die Preise deutlich und der Trend zum Einfamilienhaus verstärkt sich. Für dezentrale Lagen bleibt es aber schwierig, so der Ausblick des Immobilienmaklers RE/MAX.

Schlechte Nachrichten hat RE/MAX-Direktor Anton Nenning für jene, die im unteren Preisbereich nach einem Dach über dem Kopf suchen. "Im unteren Immobilien-Preissegment ist viel mehr Nachfrage, aber unvermindert viel zu wenig Angebot vorhanden. Daher werden genau in diesem Bereich weiterhin die Preise signifikant anziehen, mit allen möglichen sozialen Konsequenzen", warnt Nenning. In Zahlen ausgedrückt heißt das: Die Nachfrage steigt um neun Prozent, das Angebot um 0,8 Prozent - und somit die Preise um 5,1 Prozent.

Im mittleren Segment erwartet RE/MAX einen Preisanstieg von 3,4 Prozent, im oberen Bereich wird mit einem leichten Rückgang gerechnet. "Bei über 1.000 Euro Miete haben Sie in Wien sehr viel Auswahl", so RE/MAX-Geschäftsführer Bernhard Reikersdorfer am Dienstag vor Journalisten.

In Salzburg dreht sich die Preisspirale weiter nach oben

Aufgeschlüsselt nach Bundesländern erwartet RE/MAX in Wien noch mehr Dynamik mit einem Preisanstieg von 4,4 Prozent, wobei in Toplagen auch ein Plus von über sechs Prozent drinnen ist. Im Burgenland wird eine starke Nachfrage erwartet, die Preise werden aber trotzdem nur um 1,4 Prozent steigen. In Kärnten soll das Plus bei 3 Prozent liegen - wobei in Landgemeinden aufgrund der Abwanderung bei Preisen für Eigentumswohnungen ein Minus von 6 Prozent erwartet wird.

Positiver ist der Ausblick für Niederösterreich, wo es heuer ein Preisplus von 4 Prozent geben soll, wobei der Aufwärtstrend - entgegen der bisherigen Entwicklung - nicht vom Speckgürtel rund um Wien, sondern vom ländlichen Umland kommt, so RE/MAX. Wobei in ländlichen Gegenden nur ein Preisplus von 1 Prozent erwartet wird. Treibend sei hier der Trend hin zu Einfamilienhäusern. In Oberösterreich sollen die Preise um 2,4 Prozent steigen, bei Baugrundstücken wird sogar ein Plus von 5,4 Prozent prognostiziert.

In Salzburg wird ein Preisanstieg bei Miete und Kauf von 5,8 Prozent erwartet, das knapp über dem Anstieg in der Steiermark von 5,4 Prozent liegt. In Tirol hingegen soll das Preisplus nur bei 2,3 Prozent liegen, wobei es bei Baugrundstücken einen Zuwachs von 6,5 Prozent geben kann. In Vorarlberg soll das Plus bei Grundstücken gar bei 10 Prozent liegen.

Tipps für die Finanzierung des Wohntraums

Grundsätzlich gelte bei der Finanzierung des Wohntraums auf Kredit: Nach Möglichkeit einen Fixzins vereinbaren, so Reikersdorfer. Sein Unternehmen ist nach Eigenangeben Marktführer in Österreich, 2016 stiegen die Honorarumsätze von RE/MAX um 9,3 Prozent. Der Transaktionswert habe 1,35 Mrd. Euro betragen. Über alle Anbieter hinweg wurden im Vorjahr 120.000 Immobilien verbüchert.

Heuer wird die Nachfrage für Immobilien (Kauf und Miete) um 4,1 Prozent steigen, das Angebot um 2,6 Prozent und daraus resultierend die Preise um 3,9 Prozent. Eine Überhitzung des Immobilienmarktes und damit ein Platzen einer "Preisblase" ist in Österreich trotz des neuerlichen Rekordwerts nicht zu erwarten, beruhigt Reikersdorfer. Steigen aber die Zinsen, und dafür gebe es Anzeichen, werde das "für Veränderungen auf dem Markt sorgen".

Fantasiepreise würden am Markt jedenfalls nicht mehr gezahlt, dazu gebe es inzwischen bereits sehr viel Transparenz und Vergleichsmöglichkeiten.

Entwicklung der Immobilienpreise

SN/APA Quelle: APA

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