Wirtschaft

Privat auf Corona testen: Salzburger Apotheken bieten Schnelltests an

Pharmagroßhandel meldet stark steigende Nachfrage nach Antigentests.

Ein Nasen-Rachen-Abstrich und eine Viertelstunde später liegt das Ergebnis vor: SARS-CoV-2-Antigen-Schnelltests sind zwar etwas ungenauer als PCR-Tests, liefern aber raschere Ergebnisse, ohne Labor. Und sie sind weitaus günstiger. Ob auch Apothekern erlaubt ist, die Tests durchzuführen, war bis vor Kurzem umstritten. Nun hat das Gesundheitsministerium grünes Licht gegeben.

"In den Salzburger Apotheken waren wir bisher zurückhaltend, weil wir auf eine bundesweit einheitliche Regelung warten wollten. Nun können und dürfen wir Antigen-Schnelltests in den Apotheken anbieten", sagt Kornelia Seiwald, Präsidentin der Salzburger Apothekerkammer. Das Angebot richte sich an Privatpersonen ohne Symptome, die sich vorsichtshalber testen wollten. Einige Apotheken bieten die Tests bereits an. "Ich rechne damit, dass diese Schnelltests bald flächendeckend in den meisten der 94 Apotheken in Stadt und Land Salzburg möglich sind", sagt Seiwald, Pharmazeutin in der Stadtapotheke in Hallein. Der Preis für den Kunden liegt - je nach Hersteller - zwischen 24 und 50 Euro, inklusive Testung durch die Pharmazeuten. Ein positives Ergebnis muss den Behörden gemeldet werden. Diese entscheiden auch, ob noch ein PCR-Test durchgeführt wird.

"Für mich war früh klar, dass wir das dringend brauchen. Für Menschen, die keine Symptome haben, aber auf Nummer sicher gehen wollen, etwa wenn sie jemanden besuchen, gab es zuvor keine andere einfache Lösung", sagt Karin Simonitsch. Die Betreiberin der Marienapotheke in Wien bot schon im Oktober Schnelltests an, stellte das Angebot aber nach behördlichen Bedenken vorübergehend ein. Seit dieser Woche gibt es sie wieder, die Nachfrage ist riesig. Viele kamen auch ohne den eigentlich nötigen Termin, lange Warteschlangen bildeten sich in der Otto-Bauer-Gasse. Anrainerbeschwerden folgten. Dementsprechend froh ist Simonitsch, dass weitere Apotheken die Tests anbieten. Bei ihr fallen 25 Euro Kosten an. Rettungssanitäter nehmen den Abstrich ab. "Antigentests sind nicht perfekt, aber mittlerweile recht zuverlässig", sagt Simonitsch. Jedenfalls seien sie besser, als gar nicht zu testen.

Die Nachfrage steigt österreichweit rapide an: Der Verband der österreichischen Arzneimittelvollgroßhändler Phago meldete am Freitag stark steigende Bestellungen der Apotheken. 70.000 Tests wurden bereits ausgeliefert. Drei verschiedene Anbieter sind derzeit gelistet, im Dezember sollen sieben weitere hinzukommen.

Eine Großbestellung hat auch das Gesundheitsministerium getätigt: Mitarbeiter in Pflegeheimen werden nun ein Mal pro Woche getestet. 100.000 Antigentests wurden dazu bereits ausgeliefert, drei Millionen weitere wurden bestellt.

Die Verteilung der Tests wird über den Pharmagroßhandel und Apotheken organisiert, die Kosten übernimmt der Bund. Schnelltests für Privatpersonen werden auch bei Hausärzten und privaten Teststationen angeboten.

Der Laborbetreiber Novogenia, der Stationen in Salzburg, Linz, Wien, Klagenfurt und Graz betreibt, bietet dort neben den PCR-Tests auch Antigen-Schnelltests an. Die Kosten belaufen sich für den PCR-Test auf 95 Euro, für den Antigen-Schnelltest auf 35 Euro. Bei PCR-Tests wird das Erbgut des Virus nachgewiesen, bei Antigen-Test das Protein bzw. die Proteinhülle.

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