Wirtschaft

Punktuelle Kurzarbeit wegen Coronavirus-Epidemie erwartet

Die Regierung stellt sich auf punktuelle Kurzarbeit aufgrund des Coronavirus ein. Laut Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) ist man darauf vorbereitet. "Wir agieren mit Überbrückungshilfen für kleine und mittlere Unternehmen, Kreditgarantien und vor allem mit dem Instrument der Kurzarbeit für größere Unternehmen", sagte der Regierungschef am Freitag zur APA. Die AUA kündigte indes Kurzarbeit an.

Bundeskanzler Kurz kündigt Überbrückungshilfen an SN/APA/HERBERT P. OCZERET
Bundeskanzler Kurz kündigt Überbrückungshilfen an

Österreich habe eine stabile wirtschaftliche Entwicklung, "aber wie erwartet gibt es einige Branchen und einzelne Unternehmen, die punktuell ganz besonders von den Auswirkungen des Coronavirus betroffen sind", so Kurz. Als Beispiele nannte der Bundeskanzler die Luftfahrt, die Holzindustrie in Kärnten und den Tourismus. "Wir waren in den vergangenen Tagen mit einer Reihe von Unternehmen in Kontakt. Wir sind als Bundesregierung auf dieses Szenario vorbereitet", so Kurz.

Ziel der Vorkehrungen sei es, die Arbeitsplätze in den betroffenen Unternehmen zu sichern, sagte der Bundeskanzler. "Alle Maßnahmen sind ab sofort möglich, und wir haben die notwendigen budgetären Vorkehrungen getroffen."

Die AUA wird Kurzarbeit einführen. "Wir haben soeben beim AMS den Antrag auf Kurzarbeit eingereicht", sagte AUA-Sprecher Peter Thier am Freitagnachmittag zur APA. "Wir werden uns jetzt mit dem Betriebsrat zusammensetzen, um die Details für unsere 7.000 Mitarbeiter zu besprechen." Jetzt müsse geklärt werden, welche Form der Kurzarbeit für welche Beschäftigungsgruppe sinnvoll sei, sagte der Sprecher. "Es kann Beschäftigungsgruppen geben, die eine stärkere Kurzarbeit machen als andere." Zeitpunkt, Umfang, Ausmaß und Dauer müssten noch vereinbart werden. "Das werden wir in den nächsten zwei Wochen mit dem Betriebsrat besprechen." Frühestmöglicher Zeitpunkt sei der 1. April, "das ist unser Ziel".

"Wir können und wollen das nur gemeinsam mit dem Betriebsrat machen", betonte Thier. Die Austrian Airlines haben für das fliegende und für das Bodenpersonal unterschiedliche Betriebsräte.

Man werde die Marktlage weiter genau beobachten, "die Nachfrage geht derzeit extrem stark zurück aufgrund der Verunsicherung durch die Verbreitung des Coronavirus". Der Vorstand der AUA-Mutter Lufthansa hat am Freitag beschlossen, die angebotene Flugkapazität noch stärker als bisher geplant zu verringern. Abhängig von der weiteren Entwicklung der Nachfrage soll die Kapazität in den nächsten Wochen um bis zu 50 Prozent reduziert werden, um die finanziellen Folgen des Nachfrageeinbruchs zu verringern, teilte die Lufthansa mit.

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