Österreich

Regierung lobt eigene Krisenbewältigung

Die Regierung hat am Montag den Wirtschaftsbericht Österreich 2012 vorgestellt. Nachdem man vor einem Jahr den endgültigen Sieg gegen die Krise ausgerufen hatte, fällt der Ausblick heuer verhaltener aus.

Regierung lobt eigene Krisenbewältigung SN/apa (fohringer)
Regierungsspitze bei der Präsentation.

2012 werden nur mehr zwischen 0,6 und 0,8 Prozent Wachstum erwartet. Die aktuelle Situation sei von den "Mühen der Ebene gekennzeichnet", kommentiert Bank Austria-Chefökonom Stefan Bruckbauer.

Mit einem realen Plus 2011 von 3 Prozent und relativ guten Arbeitsmarktdaten sei es Österreich im vergangenen Jahr aber zum elften Mal in Folge gelungen, besser zu sein als der Durchschnitt der EU, hieß es bei der Präsentation des Berichts in der Wiener Hofburg. An der Veranstaltung nehmen Wirtschaftsminister Mitterlehner, Finanzministerin Fekter, Verkehrsministerin Bures sowie Sozialminister Hundstorfer teil.

Auf der Habenseite verweist die Regierung stolz auf den Umstand, dass Österreich heuer zum elften Mal in Folge stärker wachsen wird als der europäische Schnitt, auf die im Europavergleich niedrigste monatliche Arbeitslosenrate, die relativ geringe Jugendarbeitslosigkeit, die weiter steigende F&E-Quote sowie auf die heuer wieder deutlich sinkende Inflation.

Europa stehe heute an einem Punkt wie die österreichische Bundesregierung schon im vergangenen April - "dass sich nämlich Haushaltsdisziplin und Maßnahmen für mehr Wachstum nicht ausschließen müssen", sagte Fekter. Österreich habe sich konjunkturell von "europäischen Nachbarn, die teilweise massiv schwächeln, abgekoppelt" und lebe "im makroökonomischen Gleichgewicht", schwärmte sie.

Die Leistungsbilanz sei zwar positiv, aber nicht übermäßig - eine zu positive Leistungsbilanz schaffe nämlich auch Ungleichgewichte und gefährde damit die Stabilität. Finanzstabilität sei auch für die Realwirtschaft wichtig, erklärte die Finanzministerin. Ohne Stabilität der Banken drohe "eine Liquiditätslücke", in der die Kreditinstitute die Realwirtschaft nicht mehr mit Fremdkapital versorgen könnten.

Mit 3,5 Millionen unselbstständig Beschäftigten "haben wir den höchsten Beschäftigungsstand seit es die Zweite Republik gibt", sagte Sozialminister Hundstorfer. Es sei Ziel seiner Politik, "in die Menschen zu investieren, anstatt sie zu alimentieren". Bereits den 17. Monat in Folge weise Österreich die geringste Arbeitslosigkeit und die zweitgeringste Jugendarbeitslosigkeit in der EU auf.

Quelle: APA

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