Wirtschaft

Reinigungsbranchen-KV: 1.815 Euro geboten, 2.000 gefordert

Die Kollektivvertragsverhandlungen in der Reingungsbranche stocken. Nach der zweiten Runde sei man noch immer sehr weit entfernt, so die Kritik der Dienstleistungsgewerkschaft vida. Geboten wird von den Arbeitgebern ein Mindestlohn von 1.814,63 Euro brutto, die vida fordert 2.000 Euro. "Kein Wunder, dass Beschäftigte sich Job in anderen Branchen suchen. Von einem Brutto-Monatslohn von 1.814,63 Euro kann man nicht leben", kritisiert vida-Vertreterin Monika Rosensteiner.

Die Gewerkschaft fordert dass es mit den Löhnen deutlich aufwärts geht SN/APA/dpa/Hauke-Christian Dittrich
Die Gewerkschaft fordert dass es mit den Löhnen deutlich aufwärts geht

Weiters beharren die Arbeitnehmer auf einer Infektionszulage. "Wir stellen uns eine Verdoppelung der angebotenen 30 Cent pro Stunde vor. Darüber hinaus würden die 30 Cent erst ab 2025 in Umsetzung kommen. Wir wollen den 1. Jänner 2023", so Rosensteiner am Freitag in einer Aussendung.

Dass es in der Branche eine großen Mitarbeitermangel gibt bestätigte gestern auch Oliver Attensam von der gleichnamigen Hausbetreuungsfirma. "Der Arbeitskräftemangel hat dazu geführt, dass Mitarbeiter in andere Branchen abgewandert sind", sagte Attensam erst am Donnerstag bei der Bilanzpressekonfernz. Daher müsse es bei den KV-Verhandlungen vor allem bei den unteren Einkommensstufen eine deutliche Gehaltserhöhung geben. "Sonst haben Mitarbeiter bei der aktuellen Inflationsrate Probleme. Und diese nehmen sie dann in die Arbeit mit - und bringen dort nicht die gewohnte Leistung", merkte Attensam an. Er könne sich daher ein Plus von bis zu 10 Prozent vorstellen. Laut Rosensteiner liegt das Angebot der Arbeitgebervertreter derzeit bei einem durchschnittlichen Plus von 7,9 Prozent.

In der Reinigungsbranche sind laut Attensam rund 55.000 Personen in 13.000 Betrieben beschäftigt. Die vida verweist auf eine Teilzeitquote von 70 Prozent.

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