Österreich

Reisen wird im Winter 2016/17 etwas teurer

Wer in der kommenden Wintersaison 2016/17 ein gemeinhin als sicher geltendes Reiseziel ansteuert, muss dafür etwas tiefer in die Tasche greifen als im Vorjahr. Mit höheren Preisen ist beispielsweise im stark nachgefragten Spanien zu rechnen. Billiger wird es hingegen in den von politischen Unruhen erschütterten Destinationen Türkei, Ägypten und Tunesien.

Reisen wird im Winter 2016/17 etwas teurer SN/APA (AFP)/JORGE BELTRAN
Der Kuba-Tourismus boomt.

"Bei uns bleiben die Preise für Flugreisen auf der Nah- und Mittelstrecke stabil, bei Fernreisen gibt es leicht steigende Preise", berichtete der Chef des Reiseveranstalters Thomas Cook Österreich, Ioannis Afukatudis, am Mittwoch vor Journalisten. Auf der Fernstrecke verteuert sich - angesichts der starken Nachfrage - Kuba. Seit dem Ende der Eiszeit zwischen den USA und Kuba legt der Tourismus auf der Karibikinsel kräftig zu. Vor allem amerikanischen Touristen strömen nun in das Land. "Das treibt die Preise", so Afukatudis.

Bei dem hierzulande drittgrößten Reiseanbieter Thomas Cook (hinter Marktführer TUI und Rewe Touristik) steigt der Preis für Kuba-Reisen heuer im Winter beispielsweise um neun Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auf der Fernstrecke ebenfalls teurer werden die Dominikanische Republik (plus 2 Prozent) und Mexiko (plus 2 Prozent). Günstiger geht es dafür in Richtung Südafrika (minus 2 Prozent). Urlaub auf Mauritius ist heuer gleich teuer wie im Vorjahr.

"Der Fernreisen-Boom bricht nicht ab", betonte Thomas-Cook-Produktchef Lorenz Baumgartner. Im Winter sei die Karibik ein klassisches Ausweichziel. Wer nicht so weit fliegen möchte, entscheidet sich oftmals für Spanien. Die Reisepreise nach Mallorca erhöht Thomas Cook um 3 Prozent, jene auf die Kanaren um 1 Prozent. Preisnachlässe gibt es in Richtung Türkei (minus 5 Prozent), Ägypten (minus 2 Prozent) und - besonders massiv - Tunesien (minus 15 Prozent).

Die politisch angespannte Lage in der Türkei und Nordafrika sowie die Flüchtlingsströme in Richtung Europa haben sich auf das Reiseverhalten der österreichischen Urlauber jedenfalls ausgewirkt. "Wir haben eine Verlagerung zum westlichen Mittelmeer", berichtete der Chef des Reiseveranstalters Thomas Cook Österreich, Ioannis Afukatudis.

Die Nachfrage nach Urlaub in der Türkei und in den Ländern Nordafrikas wie etwa Ägypten oder Tunesien ist heuer eingebrochen. Von der Schwäche der Türkei und den "Verwerfungen am Reisemarkt" profitierten vor allem Spanien und auch Griechenland sowie die Ferndestinationen, so Afukatudis.

"Bei uns ist es ähnlich gelaufen - Spanien, die Balearen und die Kanaren waren am stärksten gefragt", berichtete der Chef des hierzulande drittgrößten Reiseveranstalters hinter TUI und Rewe Touristik. Der österreichische Reisemarkt in Richtung Türkei sei heuer im Vergleich zum vergangenen Sommer um 40 bis 50 Prozent eingebrochen. "Wir sind ein großer Teil dieses Markts", räumte der Touristiker ein.

Griechenland habe heuer weitestgehend auch von der Nachfrage-Schwäche in anderen Regionen profitiert - "wenn auch nicht so stark wie in den vergangenen Jahren". "Zu Beginn der Sommersaison war das noch nicht so, da die Menschen in Österreich ein höheres Sicherheitsbedürfnis aufgrund der Flüchtlingsproblematik gespürt haben." Doch seit Mitte Juni habe sich der Last-Minute-Markt in Richtung Griechenland normalisiert. "Für Juli und August bis hin zum September scheint die Nachfrage wieder intakt zu sein", so Afukatudis. Es gebe aber "keine hohen Preisnachlässe".

"In diesem Sommer boomt auch das Alternativziel Bulgarien, das sich zu einem Hauptziel entwickelt hat", sagte Afukatudis. Die Qualität und die Preise dort seien in etwa gleich wie in Nordafrika und der Türkei. In Spanien und Bulgarien hat Thomas Cook die Flug- und Hotelkapazitäten heuer massiv aufgestockt.

Zu den Top-3-Sommerreisezielen bei Thomas Cook gehören in diesem Sommer Spanien, Griechenland und - trotz der Verluste - auch die Türkei, die aber gegenüber dem Vorjahr um einen Platz abrutschte und von Griechenland überholt wurde. An vierter Stelle folgt heuer Bulgarien, das bis dato nicht zu den fünf wichtigsten Zielländern des Reiseanbieters zählte.

Die Wintersaison 2016/17 ist seit Mitte Juni buchbar. Der Reiseveranstalter lockt im 175. Jahr des Bestehens der Touristikmarke Thomas Cook mit Frühbucherboni zwischen 10 und 30 Prozent. Das Angebot ist freilich limitiert - für diese starken Preisnachlässe steht nur ein bestimmtes Kontingent zur Verfügung. "Wer sich seinen Urlaub frühzeitig sichert, kann sich länger darauf freuen und bucht preislich attraktiv", warb Baumgartner.

(APA)

Aufgerufen am 21.06.2018 um 01:12 auf https://www.sn.at/wirtschaft/oesterreich/reisen-wird-im-winter-2016-17-etwas-teurer-1241845

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