Österreich

Rewe wuchs im Halbjahr weniger als Konkurrenz

Der Handelskonzern Rewe (Billa, Merkur, Penny, Adeg) ist im ersten Halbjahr 2017 im Lebensmittelbereich weniger stark gewachsen als Hauptmitbewerber Spar. "Wir haben ein paar Herausforderungen", sagte Rewe-Chef Frank Hensel am Mittwoch. Als Marktführer habe man nach der Zielpunkt-Pleite "das kleinste Stück vom Kuchen abbekommen".

Rewe-Chef Frank Hensel sieht den Höhepunkt erreicht.  SN/APA (Archiv)/GEORG HOCHMUTH
Rewe-Chef Frank Hensel sieht den Höhepunkt erreicht.

Konkrete Zahlen nennt das Unternehmen zum Halbjahr nicht. Bei Spar hat die volle Wirksamkeit der Zielpunkt-Übernahme im Halbjahr 2017 zu einem Umsatzsprung von rund 8 Prozent geführt. Rewe musste damals aus Wettbewerbsgründen fast so viele eigene Standorte schließen wie neue Zielpunkt-Standorte übernommen wurden. "Das hat uns geärgert", räumte Hensel ein.

Obwohl das Wirtschaftsumfeld derzeit positiv ist, sei die Konsumentenstimmung in Österreich noch nicht so gut wie sie sein könnte. "In Deutschland haben wir eine super Konsumentenstimmung", so Hensel. Die Österreicher seien eher etwas pessimistischer und "Deutschland hat Frau Merkel", sagte der bekennende Merkel-Fan.

Rewe wird heuer in Österreich etwa 350 Mio. Euro in das Filialnetz sowie den Ausbau der Eigenproduktion stecken. Das Unternehmen beschäftigt hierzulande 42.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Bis 2021 steht der Umstieg auf ein neues Gehaltsschema an. Hintergrund ist eine Einigung der Sozialpartner, die den Handelskollektivvertrag reformierten. Berufseinsteiger sollen künftig mehr verdienen, dafür wird die Einkommenskurve insgesamt flacher.

Hensel sieht darin einen "gewaltigen Schritt", wo viele andere Branchen noch Nachholbedarf hätten. "In der Jugend brauchen Sie das Geld, nicht 30 Jahre später", findet der Rewe-Manager.

In Bezugnahme auf den derzeit hohen Butterpreis meinte Hensel: "Es wird sich wieder beruhigen." Der Preis für Butter befindet sich derzeit auf dem höchsten Stand seit der Einführung des Euro. Bei Rewe International kostet selbst die 250-Gramm-Packung der Diskont-Eigenmarke 2,39 Euro. Für Bio-Butter ist noch mehr zu berappen. "Ich bin mir sicher, dass wieder eine Gegenbewegung kommt", sagte Hensel am Mittwoch bei einem Pressegespräch in Wien.

Der aktuelle Preisausschlag sei eine "Umkehrbewegung" zum Tief in der Milchkrise 2015/16. Er persönlich finde den Preis nicht unmöglich, wenngleich er den Verbraucher verstehe. "Butter, Milch und das Schnitzel sind sehr emotionale Produkte", meinte Hensel.

Die Preiserhöhung ist eine Folge aufgrund der gestiegenen Nachfrage bei gesunkener Produktion. Neben Konsumenten greift auch die Nahrungsmittelindustrie vermehrt zu Butter.

Quelle: APA

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