Wirtschaft

RH-Kritik an "Frontrunner"-Förderung für Großunternehmen

Die vom Infrastrukturministerium (BMVIT) 2013 gestartete "Frontrunner"-Förderaktion hat nach Ansicht des Rechnungshofs (RH) weiterhin einen zu starken Fokus auf Großunternehmen. In einer am Freitag veröffentlichten Follow-Up-Überprüfung kritisiert der RH, dass die Forschungsförderungsgesellschaft FFG in dem Programm hauptsächlich Großunternehmen fördere.

Das von FFG und der Austria Wirtschaftsservice Gesellschaft (aws) abgewickelte "Frontrunner"-Programm richtet sich laut RH an Unternehmen mit Sitz in Österreich, die eine technologische Spitzenposition innehaben oder gerade auf dem Sprung dorthin sind. Jährlich werden zwischen 20 und 30 Mio. Euro vergeben.

Der RH kritisiert nun, dass das Ministerium die Empfehlung aus dem Bericht 2016, die Förderrichtlinien dahingehend anzupassen, dass künftig auch kleine und mittlere Unternehmen die Frontrunner-Förderaktion verstärkt in Anspruch nehmen können, "nur teilweise umgesetzt hat". So förderte die FFG in dem Programm hauptsächlich Großunternehmen: Diese erhielten 2014 fast 92 Prozent und 2017 knapp 88 Prozent der "Frontrunner"-Fördergelder. Die aws vergab dagegen zunehmend Förderungen an KMU: Gingen 2014 fast 83 Prozent der Fördermittel an Großunternehmen, waren es 2017 rund 27 Prozent.

Der RH empfiehlt daher, die Förderrichtlinien dahingehend anzupassen, dass zukünftig auch kleine und mittlere Unternehmen "Frontrunner"-Fördermittel in Anspruch nehmen können. Das Ministerium will in dieser Frage die Ergebnisse einer Evaluierung des Programms abwarten, die im Frühjahr dieses Jahres vorliegen soll.

Quelle: APA

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