Wirtschaft

Ruhe an Kreditfront verhilft der Ersten zu Gewinnrekord

Die börsennotierte Erste Group hat 2018 von einer weiteren Entspannung an der Kreditfront profitiert. Weil infolge der starken Wirtschaftsdaten in Osteuropa viele schon abgeschriebene Kredite zurückgezahlt wurden, konnten Vorsorgen dafür aufgelöst werden, was netto sogar ein Plus von 59 Mio. Euro brachte. Im Jahr davor mussten per Saldo 132 Mio. Euro für faule Kredite zur Seite gelegt werden.

Treichl freute sich über "Geburtstagsgeschenk an unsere Gründer" SN/APA (Archiv)/ROBERT JAEGER
Treichl freute sich über "Geburtstagsgeschenk an unsere Gründer"

Nur mehr 3,2 Prozent des Kreditbestands gelten als problematisch (Vorjahr: 4 Prozent). Das ist der tiefste Stand seit vielen Jahren. Für 2019 wird mit einem Anstieg der Kreditrisikokosten gerechnet, allerdings auf niedrigem Niveau, teilte die Bank am Donnerstag mit. Auch die Entlastung von der Bankensteuer, von der sich die Banken in Österreich "freigekauft" haben, schlug in der Bilanz 2018 positiv zu Buche. Das Kreditgeschäft brummt, vor allem bei Wohn- und Konsumkrediten. Zugelegt haben auch die Einlagen.

Der Jahresgewinn ist um mehr als ein Drittel auf knapp 1,8 Mrd. Euro angewachsen. Das war nicht nur das beste Ergebnis in der Geschichte der Bank. Konzernchef Andreas Treichl sprach am Donnerstag von einem "Geburtstagsgeschenk an unsere Gründer". Die Erste ist heuer 200 Jahre alt. Auf der "Passivseite" der Region Zentral/Osteuropa stand 2018, dass "für uns als Unternehmen das politische Risiko im Moment stärker wiegt als das wirtschaftliche", gab der Banker zu bedenken. Das treffe aber nicht nur auf diese Region zu.

Die Bank meldete für 2018 einen Zuwachs beim Zinsüberschuss von 5,3 Prozent, das Provisionsergebnis legte um 3,1 Prozent zu - bei de facto unveränderten Kosten. Damit gab es beim Betriebsgewinn einen Anstieg um knapp 9 Prozent auf 2,73 Mrd. Euro. Der Nettogewinn lag bei 1,79 (Vorjahr: 1,32) Mrd. Euro, ein Zuwachs um 36,3 Prozent. Die Erste bekräftigte heute den Plan, für 2018 eine von 1,20 auf 1,40 Euro je Aktie erhöhte Dividende auszuschütten.

2019 soll das Kreditgeschäft im mittleren einstelligen Bereich zulegen, die Erträge sollten wieder stärker wachsen als die Kosten, heißt es im Ausblick. Ein belastender Faktor ist die Bankensteuer in Rumänien. Die Eigenkapitalrentabilität (ROTE) wird bei mehr als 11 Prozent erwartet.

Quelle: APA

WIRTSCHAFT-NEWSLETTER

Abonnieren Sie jetzt kostenlos den Wirtschaft-Newsletter der "Salzburger Nachrichten".

*) Eine Abbestellung ist jederzeit möglich, weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Aufgerufen am 24.10.2020 um 07:57 auf https://www.sn.at/wirtschaft/oesterreich/ruhe-an-kreditfront-verhilft-der-ersten-zu-gewinnrekord-66469588

Schlagzeilen