Österreich

Rupprechter steckt hohes Agrar-Außenhandelsziel

Der Milchmarkt hat sich laut LKÖ-Präsident Hermann Schultes stabilisiert. Das sagte er am Freitag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz auf der Agrarmesse Grüne Woche in Berlin mit den weiteren ÖVP-Politikern Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter und Bauernbund-Präsident Jakob Auer. Rupprechter steckte ein sehr ambitioniertes Ziel zum agrarischen Außenhandel mit Kanada dank CETA.

Rupprechter reist heuer nach Kanada.  SN/APA (AFP)/EMMANUEL DUNAND
Rupprechter reist heuer nach Kanada.

Vor einem Jahr war die Milchkrise am Höhepunkt, erinnerte der Präsident der Landwirtschaftskammer (LKÖ). Die koordinierte Lieferreduktion zwischen Milchbauern und Molkereien in der EU funktioniere und sei nicht zuletzt auf Initiative Österreichs umgesetzt worden. Bei den Einkäufern sei rasch angekommen, dass sich die Märkte drehen. Vorher seien die Lager geleert worden, um billiger nachkaufen zu können. Dann aber begann die Wiederbefüllung der Lager. "Wir brauchen für die Zukunft für eine Agrarpolitik Instrumente, die so wirken, wie es die Märkte verstehen", forderte Schultes. Das gelte nicht nur für den Milchbereich, wo ein Cent pro Liter Milch für Krisenfälle aufgespart werden könnte. Flexible Werkzeuge brauche es insgesamt im Agrarsektor.

Rupprechter betonte, dass auch die Milchmengen-Absenkungsaktion gut wirke, in der es 14 Cent je nicht angelieferten Liter Milch gibt. Gemessen wird an der Anlieferungsmenge aus dem Vorjahr. Finanziert wird die Aktion mit EU-Geldern. Von Oktober 2016 bis Ende März 2017 werden insgesamt rund 65.000 Tonnen weniger Milch geliefert. Im Vergleich zum Anlieferungs-Jahresschnitt zuletzt von rund drei Millionen Tonnen Rohmilch pro Jahr ist das immerhin eine Einsparung von rund 2,16 Prozent.

Bezogen auf das EU-Kanadaabkommen CETA verkündete Rupprechter ein großes Ziel. Das Exportvolumen heimischer Agrarprodukte bzw. veredelter Lebensmittel daraus liegt derzeit bei rund 10 Mio. Euro. "Realistisches Ziel ist es, die Marke von 100 Millionen Euro in absehbarer Zeit zu knacken." Für heuer zu Ostern kündigte Rupprechter dafür eine Reise nach Kanada an.

Rupprechter verwies auf Basis einer vom Landwirtschaftsministerium bei GfK beauftragten Umfrage (n=1.000, Jänner 2017) auf ein sehr gutes Image der Austro-Landwirtschaft in der Bevölkerung. Prinzipiell will Rupprechter das hohe Ansehen der heimischen Bauern weiter steigern - durch eine weitere Stärkung der nachhaltigen Ausrichtung und Qualitätsstrategie.

Etwa bei der Frage danach, ob die heimische Landwirtschaft gesunde Lebensmittel produziert, sagen 78 Prozent der befragten "ja". 85 Prozent sagen die Landwirtschaft ist wichtig für die Erhaltung des ländlichen Raums. Der eingeschlagene Weg unterscheide Österreich im positiven Sinne auch von anderen EU-Staaten, die sich erst in diese Richtung bewegen wollten, so der Minister.

Laut Umfrage äußern auch die wenigsten Befragten Kritik an einer Rückständigkeit, mangelndem Tierschutz oder Umweltschutz in der heimischen Agrarwirtschaft. Die österreichische Landwirtschaft sei stark in der Mitte der Bevölkerung verankert.

Quelle: APA

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