Österreich

Ryanair-Chef kritisiert Lufthansa/Air-Berlin-Deal

Ryanair-Chef Michael O'Leary hat den Leasingdeal zwischen der Niki-Mutter Air Berlin und der AUA-Mutter Lufthansa scharf kritisiert. Dieser sei "ein Witz", der die Ticketpreise wohl in die Höhe treiben werde, so der Chef des irischen Billigfliegers zum österreichischen Branchenmagazin "Austrian Aviation Net".

Ryanair-Chef Michael O'Leary.  SN/APA (AFP)/EMMANUEL DUNAND
Ryanair-Chef Michael O'Leary.

Die Lufthansa zerschlage die Air Berlin "unter dem Feigenblatt eines Mietdeals" und kaufe so ihren einzigen Konkurrenten in Deutschland, meinte O'Leary, seit 1994 CEO der nach Passagierzahl größten Fluglinie Europas. Das Mietgeschäft, bei dem die Lufthansa von ihrem angeschlagenen Berliner Konkurrenten einen Teil der Flotte samt Besatzung mietet, ist Ende Jänner von den deutschen Kartellwächtern abgesegnet worden. Ryanair-Chef O'Leary dazu: "Die Kartellregeln in Europa werden nicht fair durchgesetzt." Als Ryanair versucht habe, Air Lingus zu kaufen, sei das mit dem Argument der drohenden Marktmarkt verhindert worden. "Lufthansa und Air France aber dürfen kaufen, was sie wollen", kritisierte der Airline-Manager.

Die neue Lufthansa-Billigfluglinie Eurowings werde wegen ihrer Durchschnittskosten von 100 Euro pro Sitz nicht erfolgreich sein, prophezeit O'Leary. "Das ist sogar höher als Easyjet und Norwegian, und die verdienen nicht viel Geld. Eurowings wird also weiter Geld verlieren." O'Leary rät den etablierten Airlines zur Zusammenarbeit mit Billigfliegern.

Den Flughafen Wien findet O'Leary nach wie vor zu teuer - "weil der Flughafen die AUA beschützen will". Ryanair sei "immer in Gesprächen", aber Ausbau sei derzeit keiner geplant.

Die neue Präsenz von Ryanair in Frankfurt, Deutschlands größtem Flughafen, ist für O'Leary wichtig. Ryanair startet dort mit zwei Flugzeugen, im kommenden Winter 2017 sollen dort mehr Maschinen stationiert werden. Und es soll so weitergehen: "Wir wollen da in den kommenden Jahren wachsen", so O'Leary.

Durch den Ausstieg der Briten aus der EU werde sich "alles ändern", ist O'Leary überzeugt. "Die Briten lieben billige Flüge und billiges Reisen. Kann das so weitergehen, wenn sie den gemeinsamen Markt verlassen und nicht im Open-Skies-Abkommen sind?" O'Leary glaubt "immer noch, dass die Briten merken werden, welch schlechter Deal der Brexit ist und dass sie ihre Meinung ändern" - im Parlament oder bei den nächsten Wahlen.

Die Billigfluglinie Ryanair, die 25 Prozent ihres Geschäfts in Großbritannien macht, werde wegen des Brexits die Schaffung neuer Arbeitsplätze verschieben. "Es wird keine neuen Jobs geben. 2016 sind noch mehr als 400 neue Stellen entstanden."

Quelle: APA

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