Wirtschaft

Ryanair will neuen KV bei Laudamotion und droht

Bei der österreichischen Ryanair-Tochter Laudamotion wird ein Ultimatum gestellt: Ohne neuen Kollektivvertrag, der durch die Wiederanlaufphase nach der Corona-Pandemie helfen soll, werde die Airbus-Basis in Wien geschlossen. Die Strecken würden dann von Konzernschwestern mit Boeing 737 übernommen werden. Das berichtete das Onlineportal Aviation Net online Donnerstagabend.

Die Laudamotion-Geschäftsleitung habe am Donnerstagabend die Belegschaft der Basis Wien darüber informiert, dass der Abschluss eines neuen Kollektivvertrags (KV) für das fliegende Personal angestrebt wird. Das Unternehmen will diesen KV-Abschluss bis zum 21. Mai 2020, da andernfalls die Airbus-Basis Wien per 30. Mai 2020 geschlossen wird. Im Vorschlag für den neuen Kollektivvertrag sei u.a. eine Gehaltskürzung für Kapitäne um durchschnittlich 15 Prozent die Rede, für Flugbegleiter um 5 Prozent, schreibt das Luftfahrtportal. Unter anderen würden garantierte Mindestgehälter, die über dem Grundgehalt lägen, abgeschafft. Auch einige Ex-Niki-Sonderverträge und -Vergünstigungen würden nicht mehr fortgeführt.

Gespräche mit der Gewerkschaft Vida sollen in den nächsten Tagen aufgenommen werden, heißt es in dem Bericht. Ziel der Geschäftsleitung sei der rasche Abschluss eines neuen Kollektivvertrags bis zum 21. Mai 2020. Laudamotion-Geschäftsführer David O'Brien verwies Aviation Net gegenüber darauf, dass Ryanair bereits eine Basis in Wien unterhält und die meisten Lauda-Routen in Ryanair-Bases operieren, so dass diese rasch die Wien-Flüge übernehmen könnten. O'Brien erklärte zugleich ausdrücklich, dass sich die Ryanair Group nicht aus Wien zurückziehen werde.

Laudamotion ist mit diesem KV-Vorstoß kein Einzelfall. Auch bei der Austrian Airlines (AUA) wurde zuletzt schon über die Kündigung des Kollektivvertrags, Personalabbau und gar die Streichung von Weihnachts- und Urlaubsgeld diskutiert. Die Fluggesellschaften müssen in der Coronakrise ihre Kosten drastisch senken, um die Wiederanlaufphase nach der Lockerung der Reisebeschränkungen finanziell überstehen zu können.

Kritisiert wird vom Laudamotion-Management, dass für die AUA (Austrian Airlines) eine Staatshilfe diskutiert wird. Sollte der österreichische Staat diese gewähren, so erwarte man zumindest rund zwei Drittel der Summe für die Fluggesellschaft Lauda. Man wäre wohl nicht in der Lage, ab 1. Juli 2020 profitabel gegen Austrian Airlines zu fliegen, sollte diese mit "hunderten Millionen von Steuergeldern" unterstützt werden und gleichzeitig möglicherweise die Kosten durch niedrigere Löhne senken können.

Quelle: APA

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