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Salinen AG will Abhängigkeit von Auftausalz reduzieren

Trotz des milden Winters haben die Salinen Austria AG eine positive Bilanz für das Geschäftsjahr 2015/16 vorzuweisen.

Salinen AG will Abhängigkeit von Auftausalz reduzieren SN/APA/BARBARA GINDL
Salzlager der Salinen Austria.

Die Salinen Austria AG mit Sitz in Ebensee haben das Geschäftsjahr 2015/16, das mit 30. Juni endete, trotz des dritten milden Winters in Folge mit Gewinn abgeschlossen, berichteten die "Oberösterreichischen Nachrichten" in ihrer Samstagsausgabe. Das Kerngeschäft sei nicht mehr Auftausalz, sondern Salz für industrielle und gewerbliche Anwendungen, wird Vorstandsvorsitzender Stefan Maix zitiert.

Die Planzahlen seien aber klar verfehlt worden, hieß es. Mit einem Durchschnittswinter hätte der Umsatz mit Salz auf 135 Millionen Euro (statt 120) steigen sollen, das Ergebnis auf acht Millionen. "Wir haben nun eine Million Euro Ergebnis geschafft, im nächsten Jahr sollten es, auch bei einem weiteren schlechten Winter, vier Millionen werden", erklärte Maix. "Wir sind in einer Phase, in der wir trotz schlechter Winter positive Ergebnisse erzielen, aber noch keine guten. Unser Ziel ist, dass es in jedem Fall gute sein werden."

Deshalb werde die Abhängigkeit vom Auftausalz, das vor zehn Jahren die Hälfte der Produktion ausmachte, weiter reduziert. "Wir machen nur noch 15 Prozent des Umsatzes damit", sagte Maix. In der "Vision 2027" soll etwas mehr als ein Viertel der Produktionsmenge Auftausalz sein. Dagegen werden die Produkte für Industrie und Gewerbe ausgeweitet: Speisesalz für Lebensmittelerzeuger, Pharmasalz oder Pökelsalz.

Dabei soll die Erfolgsgeschichte der Salztabletten zur Wasserreinigung neu geschrieben werden. "Niemand in der EU erzeugt bessere Salztabletten als wir. Wir wollen auch bei den anderen Produkten vom Mitspieler zum EU-Marktführer werden", so der Konzernchef laut den "Oberösterreichischen Nachrichten". Gleichzeitig solle dieses Tablettengeschäft ausgebaut werden. Derzeit werde die Zahl der Tablettenpressen in Ebensee von drei auf fünf erhöht. 2015/16 seien 25 Millionen Euro investiert worden, heuer würden neun folgen.

Dazu gehört eine Sackanlage für ein neues Erfolgsprodukt: Aus dem einstigen Reststoff, der Mutterlauge, wird hochwertiger Dünger. Der Ausstoß des Kaliumsulfats soll von 10.000 auf 18.000 Tonnen steigen. Die Abkehr vom Auftausalz ist laut Maix auch aufgrund des Preiskampfes wichtig. "Wir haben heuer 19 Millionen Euro erlöst. Mit derselben Menge wären es früher noch 30 Millionen gewesen. Wir wollen aber kein Unternehmen sein, das alten Zeiten nachjammert."

Ertragsstärker ist der Zeitung zufolge der Tourismus im Konzern: Die Schaubergwerke in Hallstatt, Hallein und Bad Aussee ziehen mehr als 400.000 Gäste im Jahr an. 2015 wurden bei 7,5 Millionen Euro zwei Millionen Euro Ergebnis erzielt. Heuer soll der Gewinn noch steigen, bei acht Millionen Euro Umsatz (bilanziert wird hier mit dem Kalenderjahr).

Quelle: APA

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