Wirtschaft

Salzburg an der Spitze - Kärntner Wirtschaft holt auf

Statistik über die regionale Wirtschaftsentwicklung der Bundesländer bestätigt das West-Ost-Gefälle. Das Durchschnittseinkommen ist in Vorarlberg am höchsten, liegt in Wien aber ganz am Ende.

52.400 Euro beträgt die Wirtschaftsleistung pro Kopf in Salzburg – damit liegt das Bundesland österreichweit an der Spitze, noch vor Wien (51.000 Euro).  SN/neumayr/mmv/picturedesk.com
52.400 Euro beträgt die Wirtschaftsleistung pro Kopf in Salzburg – damit liegt das Bundesland österreichweit an der Spitze, noch vor Wien (51.000 Euro).

Die gesamte Wirtschaftsleistung Österreichs, gemessen am Bruttoinlandsprodukt BIP, ist 2018 gegenüber dem Jahr davor um 2,4 Prozent gewachsen. Eine positive Entwicklung zeigt sich auch in allen neun Bundesländern. Ein genauerer Blick ergibt aber ein recht differenziertes Bild beim so genannten Bruttoregionalprodukt (BRP), zeigt eine aktuelle Aufstellung der Statistik Austria.

Pro Kopf ist die regionale Wirtschaftsleistung im Bundesland Salzburg mit 52.400 Euro am höchsten, sie liegt noch vor jener in Wien (51.000 Euro). Wie bereits in den Vorjahren lässt sich - mit der Ausnahme Wien - ein deutliches West-Ost-Gefälle erkennen. Einmal mehr lagen die östlichen und südlichen Bundesländer unter dem Österreich-Durchschnitt von 43.600 Euro pro Kopf.

Das stärkste Wachstum beim Bruttoregionalprodukt weist demnach Kärnten mit einem Plus von 3,8 Prozent auf, gefolgt von Niederösterreich (+3,2 Prozent) und der Steiermark (+2,7 Prozent). Am geringsten fielen die Zuwächse im Burgenland (+1,3 Prozent) und Tirol (+1,7 Prozent) aus.

Verantwortlich für das gute Abschneiden Kärntens war laut Statistik vor allem der Produzierende Bereich, der hier mit +8,7 Prozent das bundesweit stärkste Wachstum aufwies und deutlich über dem Österreich-Durchschnitt von +4,8 Prozent lag. Auch in der Steiermark und Niederösterreich wuchs die Produktion mit 6,9 beziehungsweise 6,2 Prozent deutlich über dem Mittelwert.

Die größte Wachstumsdynamik in Kärnten gab es bei der Herstellung von Waren und in der Energieversorgung. Erstmals seit Jahren konnte auch der Dienstleistungssektor (+1,8 Prozent) wieder positive Impulse liefern.

Anders sieht es am Arbeitsmarkt aus. Die gute wirtschaftliche Entwicklung in Kärnten und Niederösterreich hatte kaum Einfluss auf das Arbeitskräfteangebot. Mit einem Zuwachs von 1,1 Prozent (oder 3000 Personen) bei der Anzahl der Beschäftigten bildete Kärnten hier sogar das Schlusslicht. Auch Niederösterreich lag mit +1,6 Prozent noch unter dem Österreich-Durchschnitt von 1,9 Prozent. Überdurchschnittlich stark legte die Zahl der Erwerbstätigen in der Steiermark, in Vorarlberg und in Wien zu. Das Plus lag in allen drei Bundesländern bei 2,2 Prozent, Grund dafür waren vor allem Zuwächse im Produktionsbereich.

Beim Einkommen pro Kopf hatte wie im Jahr davor Vorarlberg mit 25.600 Euro die Nase vorn. Dahinter liegen Niederösterreich (25.300 Euro), Salzburg und das Burgenland mit je 24.900 Euro. Oberösterreich lag mit 24.500 knapp über dem bundesweiten Durchschnitt (24.500 Euro). Tirol und die Steiermark konnten auf jeweils 24.100 Euro aufholen. Unter dem Durchschnitt lagen Kärnten (23.800) und insbesondere Wien (23.000 Euro), wo sich laut Statistik Austria "eine überdurchschnittliche Zunahme der Wiener Bevölkerung und eine schwache Entwicklung des Arbeitnehmerentgelts sowie der monetären Sozialleistungen" bemerkbar gemacht hätten.

Das unterschiedliche Abschneiden Wiens, das beim Bruttoregionalprodukt auf Rang zwei liegt, ist zum Teil auch auf eine unterschiedliche Berechnungsmethode zurückzuführen: Die Statistik Austria berechnet das BRP in Bezug auf den Arbeitsort, während das verfügbare Einkommen nach dem jeweiligen Wohnort ausgewiesen wird.

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