Wirtschaft

Salzburger Handelsmitarbeiter rufen für Samstag zum Protest auf

Mit einem Demonstrationszug über die Staatsbrücke soll der Forderung nach höheren Löhnen Ausdruck verliehen werden. Auch in Einkaufszentren und Supermärkten will man Kunden am verkaufsoffenen Feiertag über die Arbeitsbedingungen der mehr als 400.000 Handelsmitarbeiter informieren.

Nach ersten Protesten in Wien soll es ab Samstag auch in Salzburg zu Protesaktionen kommen. SN/APA/ROBERT JAEGER
Nach ersten Protesten in Wien soll es ab Samstag auch in Salzburg zu Protesaktionen kommen.

Nachdem in der Nacht auf Donnerstag die bereits vierte Runde im Ringen um eine Kollektivvertagserhöhung für den Handel gescheitert ist, ruft die Gewerkschaft jetzt für Samstag zu ersten Protestmaßnahmen. Ab Montag sollen zudem Betriebsversammlungen den Einkaufsalltag in vielen Betrieben stören.

"Warum sollen gerade die Handelsmitarbeiter - ein Großteil von ihnen Frauen - nicht ihren gerechten Anteil an den gut laufenden Geschäften der Wirtschaft bekommen", kritisiert der Salzburger GPA-Geschäftsführer Gerald Forcher.

Am 8. Dezember werde man daher ab 11 Uhr mit einem Demonstrationszug vom Platztl aus über die Staatsbrücke ziehen. Bei der Polizei habe man die Aktion bereits angemeldet. "Zu Verkehrsbehinderungen kann es kommen", sagte Forcher.

Zudem werde man aber auch in Einkaufszentren wie dem Europark und in Supermärkten am verkaufsoffenen Feiertag die Kunden informieren, wie die Arbeitsbedingungen im Handel sind.

Keine Einigung: Betriebsversammlungen am Montag

Ab Montag werden - sollte es bis dahin keine Einigung mit den Arbeitgebern geben - Betriebsversammlungen in Supermärkten und anderen Handelsbetrieben abgehalten. "Mancher Markt wird dann eben erst eine Stunde später aufsperren können", betonte Forcher.

Seitens der Arbeitgeber hat man für die Protestmaßnahmen kein Verständnis. "Wir lassen uns sicher nicht erpressen", betonte Handelsobmann und Verhandlungsführer der Arbeitgeberseite, Peter Buchmüller.

Noch dazu, wo sich der Handel - anders als von der Gewerkschaft betont - hohe Lohnabschlüsse schlicht nicht leisten könne. 38 Prozent der 80.000 Handelsbetriebe erreichten keinen Gewinn.

Die vierte Verhandlungsrunde für einen Kollektivvertragsabschluss im Handel hat Mittwoch am späten Abend nach 10 Stunden erneut keine Einigung gebracht. Das Letztangebot der Arbeitgeber war zwischen 2,35 und 2,65 Prozent gelegen.

Mehr zum Thema

Aufgerufen am 13.12.2018 um 03:04 auf https://www.sn.at/wirtschaft/oesterreich/salzburger-handelsmitarbeiter-rufen-fuer-samstag-zum-protest-auf-62095876

Kommentare

Schlagzeilen