Österreich

Salzburger Manager kehrt Flughafen Klagenfurt den Rücken

Der Klagenfurter Flughafendirektor Max Schintlmeister wird im Sommer 2017 das Unternehmen aus persönlichen Gründen verlassen. Der Salzburger wäre eigentlich bis 2018 bestellt gewesen.

Der Salzburger Max Schintlmeister wird im Sommer 2017 seinen Job als Flughafendirektor in Klagenfurt an den Nagel hängen. SN/apa/picturedesk/privat
Der Salzburger Max Schintlmeister wird im Sommer 2017 seinen Job als Flughafendirektor in Klagenfurt an den Nagel hängen.

Der Klagenfurter Flughafendirektor Max Schintlmeister wird im Sommer 2017 das Unternehmen aus persönlichen Gründen verlassen. Der Manager übernahm 2013 den krisengeschüttelten Airport und wurde ursprünglich bis 2018 bestellt. Nun wechselt er vorzeitig nach Barcelona, wo er für eine Agentur tätig sein wird, die sich auf Entwicklungsprojekte im Bereich von Regionalflughäfen spezialisiert hat.

In Klagenfurt nie glücklich geworden

Glücklich wurde Schintlmeister in Klagenfurt offensichtlich niemals, denn der Airport steht seit einigen Jahren im Kreuzfeuer der gegenseitigen Vorwürfe politischer Parteien. Das berichtete AustrianAviation.net auf seiner Homepage. So stritt sich die Politik unter anderem öffentlich über die erst kürzlich abgeschlossene Pistensanierung oder aber unzulässige, vor der Amtszeit von Schintlmeister, unter anderem an Ryanair ausbezahlte Subventionen.

Hiobsbotschaft vor Weihnachten

Die Hiobsbotschaft kam einen Tag vor Weihnachten: Eurowings wird sich von der Strecke Berlin-Klagenfurt zurückziehen, da die deutsche Bundeshauptstadt in den Entwicklungsplanungen nur noch eine untergeordnete Rolle spielen wird. So lautete zumindest die offizielle Begründung.
Bis Sommer 2017 wird Max Schintlmeister noch für den Klagenfurter Flughafen tätig sein, dessen Eigentümer nun zeitgleich zur geplanten Teilprivatisierung einen neuen Geschäftsführer finden müssen. Dem Vernehmen nach soll eine entsprechende Ausschreibung in den nächsten Tagen veröffentlicht werden.

Zahlen im Sinkflug

2015 noch hatte der Flughafen Klagenfurt ein zumindest leichtes Plus von 1,4 Prozent bei den Passagierzahlen erzielt und konnte 227.625 Fluggäste verbuchen. 2012 waren es noch 376.198 Passagiere. Schintlmeister hätte bis 2022 ein Wachstum auf 500.000 Fluggäste sowie neue Destinationen angestrebt. Doch stattdessen gab es im ersten Halbjahr 2016 ein kräftiges Minus von 3,7 Prozent.

Zum Vergleich: Der Flughafen Salzburg verbuchte im Jahr 2014 rund 1,8 Millionen Passagiere.

Keine leichte Aufgabe

Der Salzburger Max Schintlmeister hatte in Klagenfurt keine leichte Aufgabe. Er heuerte 2012 mit 41 Jahren in Klagenfurt an und hatte reichlich internationale Erfahrung im Gepäck. Vor seinem Job in Kärnten bereitete er in Quito in Ecuador die Inbetriebnahme des neuen Flughafens vor.

Zuvor koordinierte er mit seiner eigenen Firma das Marketing und die Unternehmensplanung für Flughäfen in aller Welt. Bei Privatisierungen der Flughäfen in Malta, Neu-Delhi und St. Petersburg hatte er seine Finger im Spiel. Seit 2007 hatte ihn auch der Flughafen München immer wieder für Projekte unter Vertrag; auch der Flughafen Salzburg zählte zu seinen Kunden.

Nun zieht es ihn wieder nach Barcelona, wo er 2008 die Airport Excellence S.L. gründete.

Früh Flughafenluft geschnuppert

Flughafenluft durfte Schintlmeister schon früh schnuppern. Sein Vater arbeitete bei der Flugsicherung Austro Control. Die aktive Karriere begann nach dem Studium der Inter nationalen Wirtschaftswissenschaften in Innsbruck und einem Auslandsjahr in Großbritannien.

Quelle: SN

Aufgerufen am 26.09.2018 um 02:57 auf https://www.sn.at/wirtschaft/oesterreich/salzburger-manager-kehrt-flughafen-klagenfurt-den-ruecken-572569

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