Österreich

Salzburgs Wirtschaft stößt auf 2017 an

Beim Neujahrsempfang der Wirtschaftskammer Salzburg zeigen sich viele Unternehmer in bester Laune. Das neue Jahr soll eines voller Chancen sein. Manche fürchten jedoch den Stau.

Positiv und gut gelaunt präsentierte sich der Präsident der Wirtschaftskammer Salzburg, Konrad Steindl, beim Neujahrsempfang am Donnerstagabend im Kavalierhaus Kleßheim. "Beginnen wir das Jahr mit einer Chance", sagte Steindl und ergänzte: "Chancen, die wir uns freilich auch erarbeiten müssen, gemäß dem Motto ,den Tüchtigen gehört das Glück'."

Damit die Wirtschaft die Chancen nutzen könne, müssten die Betriebe aber wettbewerbsfähig sein. Dafür brauche es ein geeignetes Umfeld. Für 2017 stünden die Zeichen gut: In Salzburg sinke die Arbeitslosigkeit wie in keinem anderen Bundesland. Im Dezember waren um 5,8 Prozent weniger Menschen arbeitslos als im Vorjahresmonat. Die Beschäftigung war nie höher. Und die Pro-Kopf-Kaufkraft der Salzburger ist die höchste in Österreich. Auf Bundesebene gebe es aber zu tun: 63 Prozent der Unternehmer würden das Klima in Österreich für investitionshemmend halten.

Für Amelie Groß wird das neue Jahr aufregend. Seit Jänner ist sie die Bundesvorsitzende der Jungen Wirtschaft. Zudem führt sie die Inkasso Merkur GmbH. Sie hat hohe Erwartungen für 2017 - vor allem an die Regierung. "Die Lohnnebenkostenbefreiung soll für alle Gründer gelten, nicht nur für Start-ups." Bisher würden nur hochtechnologisierte Jungunternehmer gefördert, nicht aber Tischler und Frisöre. Zudem müsse der Fachkräftemangel gelöst werden. Eine überregionale Stellenvermittlung könne helfen.

Groß will aber auch Optimismus verbreiten. "Wir sollten nicht immer nur auf die negativen Dinge zeigen." Es bereite ihr etwa große Freude, dass sich Kreative in Salzburg ansiedeln. In der Stadt fühle sie sich zudem wohl: "Es ist ein guter Standort."

Walter Jank betreibt eine Firma zur Datenvernichtung in der Stadt Salzburg. Für dieses Jahr wünscht er sich eines: weniger Stau. Viel zu viel Zeit habe er 2016 im Auto gesessen. "Ich muss meinen Kunden 80 Euro die Stunde verrechnen, dafür dass ich im Stau stehe." Es könne nicht sein, dass die Salzburger dafür bestraft werden, in der Stadt zu wohnen. Auch für die Touristen seien die verstopften Straßen ein Problem. Und wenn weniger Touristen kämen, würde weniger verkauft, die Kaufkraft sinke.

Der Chef von Bilton LED-Technologie denkt, dass 2017 gut wird. "Wir haben viele offene Aufträge und wir exportieren mehr in den deutschsprachigen Raum", sagt Patrick Müller. Bilton erzeugt LED-Lösungen und intelligente Lichtmanagementsysteme. Voriges Jahr hat die Firma eine Tochter in den USA gegründet. "Wir hoffen, dass wir Zugang zu dem riesigen Markt finden."

Müller spricht von Aufbruchstimmung. Das habe etwa damit zu tun, dass jüngere Mitarbeiter stärker ins Unternehmen inte griert würden. "Es entsteht ein Spirit, neue Wege werden angedacht." Diese sollen zu 40 Prozent mehr Umsatz führen, bei 50 Prozent Exportanteil. "Unsere Wachstumsmärkte liegen außerhalb von Österreich." Der Hauptsitz in Saalfelden stehe jedoch nicht zur Diskussion.

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