Wirtschaft

"Sichere Gastfreundschaft" mit rund 300.000 Corona-Tests

Seit Anfang Juli können sich Beschäftigte von gewerblichen Beherbergungsbetrieben im Rahmen des Programms "Sichere Gastfreundschaft" auf das Coronavirus testen lassen, wobei der Bund die Kosten trägt. Im September wurde das Angebot auf die Gastronomie ausgeweitet. Insgesamt wurden bisher mehr als 298.750 Abstriche in 4.989 Betrieben gemacht. Davon entfielen innerhalb eines Monats 29.790 Abstriche auf 1.426 Gastrobetriebe, gab das Tourismusministerium am Mittwoch bekannt.

Im Gastro-Bereich gab es zehntausende Tests SN/APA/HERBERT PFARRHOFER
Im Gastro-Bereich gab es zehntausende Tests

Aktiv sind in ganz Österreich 21.133 Gastro-Mitarbeiter von 1.994 Gastrobetrieben für das Gratis-Testangebot angemeldet, die meisten davon in Wien (10.367 Mitarbeiter von 901 Betrieben). Im Burgenland wurden bisher in 151 Betrieben insgesamt 12.477 Tests durchgeführt, davon 1.006 in 44 Gastro-Betrieben. Aktiv angemeldet sind im östlichsten Bundesland insgesamt 180 Betriebe mit 2.864 Mitarbeitern.

Die Kosten werden vom Bund mit 85 Euro pro Test gefördert, die Verrechnung erfolgt direkt zwischen dem Bund und den Laboren. Für Betriebe und Beschäftigte fallen laut Ministerium keine Kosten an. Für das Gratistestprogramm "Sichere Gastfreundschaft" hat der Bund 150 Mio. Euro budgetiert.

Im Burgenland sind vier mobile Testteams im Einsatz. Eines machte am Mittwoch auch Station im Landgasthof "Altes Brauhaus" in Frauenkirchen, dessen Mitarbeiter sich jede Woche testen lassen. Das Ganze gehe schnell: Ein mobiles Team baue in einem Extrazimmer das Labor auf, schilderte Wirt Daniel Hickel im APA-Gespräch. Bei jedem Teilnehmer wird der QR-Code, den man zugeschickt bekomme, eingescannt. Auch ein amtlicher Lichtbildausweis ist vorzuzeigen.

Danach wird der Rachenabstrich gemacht: "Das Ganze dauert für alle Mitarbeiter circa eine Viertelstunde." Das Ergebnis wird per SMS übermittelt und soll innerhalb von 38 Stunden vorliegen, maximal jedoch binnen 48 Stunden. Bisher war unter den im Alten Brauhaus durchgeführten Tests kein positiver Fall. "Wir hoffen, dass es auch so bleibt", meinte Hickel.

"Meine Frau und mich hat bewogen, dass uns das natürlich Sicherheit gibt und auch für die Gäste, dass die Gäste auch quasi jetzt einmal für diese Woche sicher sein können", schilderte der Gastronom die Gründe zur Teilnahme an der Aktion. Alle elf Mitarbeiter hätten sich beteiligt: "Die haben natürlich auch alle Familie, und das gibt denen auch Sicherheit."

Wenn die Gartensaison vorbei sei, sich der Betrieb hinein verlagere und die Corona-Zahlen anstiegen, gehe es einem nicht nur gut dabei: "Man schaut natürlich auf Sicherheitsmaßnahmen, die man treffen kann, dass man den Abstand einhält, dass auch die Gäste die Maske auflassen, wenn sie sich bewegen, wenn sie nicht bei Tisch sitzen. Es gab natürlich schon schönere Zeiten", erzählte Hickel.

"Solange man selber auch schaut, was man machen kann - dass man ein bisschen Distanz hält zu den Leuten, was natürlich in der Gastronomie nicht immer so leicht ist - muss man das eh ein bisschen entspannt sehen", so der Brauhaus-Wirt auf die Frage nach dem Umgang mit Corona. "Man kann natürlich in seinem privaten Umfeld, bei Einkaufen Gehen und so weiter schauen, dass man so vorsichtig wie möglich ist, genauso wie bei der Arbeit auch. Ausschließen kann man nie was, aber man kann halt sei Bestes dazu tun, dass man sich nicht ansteckt." Den Test - die Aktion ist vorerst bis Ende Oktober gefördert - hätte man auch gemacht, wenn man einen Teil dazu beitragen müsste, fügte er hinzu.

Quelle: APA

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