Österreich

Sinkende Agrarrohstoffpreise belasten Bauern-Einkommen

Sinkende Agrarrohstoffpreise - unter anderem für Weizen, Milch und Schweinefleisch - drücken auf die Einkünfte der heimischen Bauern. Seit dem Preishoch 2011 waren die Bauern-Einkommen in den Folgejahren durchgehend rückläufig. Die öffentlichen Agrar-Förderungen gingen 2015 um 6 Prozent auf 1,93 Mrd. Euro zurück, davon zählten 1,37 Mrd. Euro (-10 Prozent) als Einkommensbeihilfe für die Landwirte.

Sinkende Agrarrohstoffpreise belasten Bauern-Einkommen SN/APA (dpa)/Jens Wolf
Die niedrigen Preise machen den Bauern zu schaffen.

Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter (ÖVP) legte am Dienstag den "Grünen Bericht 2016" mit vielen Agrar-Kennzahlen dem Ministerrat vor. Angesichts der sinkenden Einkommen verwies Rupprechter auf die Notwendigkeit des geplanten Sozialversicherungs-Quartalsrabatts für die Bauern in Höhe von rund 170 Mio. Euro. Die Details, ob Erlass oder Stundung der SV-Beiträge, sind mit dem Koalitionspartner SPÖ noch in Verhandlung. Ein "Entlastungspaket" sei "wichtiger denn je", betonte Rupprechter am Dienstag. Er besteht auf einen Erlass der SV-Beiträge.

Der Einkommensrückgang sei 2015 bei den Veredelungsbetrieben mit minus 29 Prozent aufgrund der niedrigen Preise für Mastschweine und Ferkel am stärksten ausgefallen, verwies der Landwirtschaftsminister auf die teils dramatische Einkommenssituation der Bauern. Auch hätten die niedrigeren Milchpreise zu sinkenden landwirtschaftlichen Einkünften bei den Futterbaubetrieben geführt. Bei den Marktfruchtbetrieben seien geringere Erntemengen bei Zuckerrüben, Erdäpfeln und Ölraps für den Einkommensrückgang verantwortlich.

Laut den Ergebnissen der Landwirtschaftlichen Gesamtrechnung der Statistik Austria sank das reale durchschnittliche landwirtschaftliche Einkommen je Arbeitskraft in Österreich im Jahr 2015 um 8,4 Prozent, nach einem Rückgang von 6,4 Prozent im Jahr 2014, geht aus dem "Grünen Bericht" hervor. "Hauptverantwortlich für den neuerlichen Rückgang waren der Einbruch der Milch- und Schweinepreise, hitze- und trockenheitsbedingte Ernteeinbußen im Pflanzenbau sowie geringere öffentliche Zahlungen", heißt es im "Grünen Bericht". Das Einkommensminus sei aber unter anderem durch Einsparungen bei den Produktionskosten abgeschwächt worden.

Die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft (Erträge minus Ausgaben) beliefen sich im Jahr 2015 im Durchschnitt aller Betriebe auf 19.478 Euro je Betrieb (-17 Prozent). Der Verschuldungsgrad der Betriebe betrug 11,5 Prozent. Im Jahr 2015 gab es bei allen Betriebsarten mit Ausnahme der Dauerkulturbetriebe (Weinbau, Obst) sinkende Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft. Die Einkünfte aller Bergbauernbetriebe betrugen im Schnitt 16.722 Euro je Betrieb und lagen um 14 Prozent unter dem Durchschnitt aller Betriebe. Die Einkünfte der Biobetriebe beliefen sich auf 22.812 Euro je Betrieb und lagen damit um 17 Prozent über dem Durchschnitt aller Betriebe.

Quelle: APA

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