Wirtschaft

Ski-Tageskartenpreise steigen im Schnitt um 2,8 Prozent

"Skifahren wird immer teurer". Diese seit Jahren gültige Aussage gilt auch für die kommende Wintersaison. Laut Erhebungen des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) steigen die Preise für Tageskarten im Schnitt um 2,8 Prozent. Sechstageskarten werden sogar um 3,4 Prozent teurer. Und das bei einer durchschnittlichen Preissteigerungsrate von zuletzt 2,1 Prozent.

Skifahren wird immer teurer SN/APA (AFP)/RAYMOND ROIG
Skifahren wird immer teurer

Der VKI hat wie jedes Jahr auch heuer wieder die Ticketpreise von mehr als 100 heimischen Skigebieten und jeweils zehn in der Schweiz, in Bayern und Südtirol untersucht. Die Tageskarte für einen Erwachsenen haben sich in Österreich um bis zu 3 Euro (Glungezer/Tulfes) verteuert, nur in einem Skigebiet, noch dazu im günstigsten, sind sie unverändert geblieben (Raggal/Großes Walsertal).

Das teuerste Skigebiet in Österreich ist auch heuer wieder Kitzbühel mit seinen 215 Pistenkilometern, wo eine Tageskarte 57 Euro kostet. Das sind um 2 Euro mehr als vor einem Jahr. An zweiter Stelle liegt nun Saalbach-Fieberbrunn (270 km), das mit 55 Euro (+2 Euro) nicht nur Arlberg (305 km) und Ischgl (172 km), sondern auch Sölden (142 km) von den vordersten Plätzen verdrängt hat. In diesen Skigebieten kommen die Tageskarten für einen Erwachsenen auf 54,50 Euro, eine Verteuerung um jeweils 1,50 Euro.

In insgesamt 15 Skigebieten müssen erwachsene Skifahrer über 50 Euro für eine Tageskarte zahlen. Für das teuerste 6-Tages-Erwachsenenticket müssen 298,50 Euro berappt werden, und zwar in Ischgl. In Sölden bzw. in Obergurgl/Hochgurgl sind es jeweils 293,50 Euro.

Raggal in Vorarlberg (7 km) blieb nicht nur das günstigste Skigebiet, sondern war auch das einzige der untersuchten Gebiete, das den Preis gegenüber dem Vorjahr nicht angehoben hat. Eine Tageskarte kostet dort 22 Euro. 6 Tage in Raggal Ski zu fahren, kommt dann allerdings mit 233 Euro doch wieder teuer. Ab einem Dreitagesticket muss man nämlich den sogenannten 3-Täler-Skipass, der in 31 Skigebieten in Vorarlberg Gültigkeit hat, kaufen. Wer also die 6 Tage nur in Raggal fahren möchte, den kommt es weitaus billiger, wenn er jeden Tag ein Tagesticket kauft, so der VKI.

Auch in Wenigzell (2 km) kostet eine Tageskarte nur 22,50 Euro, die Sechstageskarte 113,40 Euro. Wer doch ein wenig mehr Abwechslung sucht, der kann beispielsweise um 26 Euro pro Tag die 14 Pistenkilometer von Königsberg-Hollenstein/Ybbs herunter carven oder um 29,50 Euro auf der Flattnitz wedeln (11 km).

Ein Blick über die Grenzen zeigt, dass in der Schweiz die österreichischen Höchstpreise noch deutlich überschritten werden. In St. Moritz, Davos, Lenzerheide und Flims-Laax-Fallera kosten Tageskarten umgerechnet zwischen 61 und 74 Euro.

Besonders kreativ scheint man in St. Moritz zu sein. Der Schweizer Nobelskiort hat heuer den sogenannten "Snow Deal" eingeführt. Es gibt keine Fixpreise mehr, sondern die Preisgestaltung leitet sich aus der Nachfrage am Skitag ab: Je mehr los ist, desto teurer wird es. Frühbucher bekommen zudem "Rabatte" von bis zu 30 Prozent, wenn sie mindestens 15 Tage vor dem Skitag ihre Tickets kaufen. Österreichs Top-Skigebiete werden sich hier Anleihen für die Zukunft nehmen, vermutet der VKI.

In Südtirol sind die Preise ähnlich wie in Österreich. Im teuersten Skigebiet, dem Kronplatz, ist die Tageskarte mit 57 Euro genau so teuer wie in Kitzbühel. Es ist mit 119 Pistenkilometern aber deutlich kleiner. Generell bekommt man laut VKI in Österreich bisweilen mehr Pistenkilometer für sein Geld geboten als in Südtirol.

Die bayrischen Skigebiete können aufgrund ihrer Größe nur bedingt mit den heimischen verglichen werden. Mit 40 Kilometern sind Garmisch-Classic bzw. Balderschwang die größten, die nicht mit Skischaukeln zu österreichischen Skigebieten verbunden sind. Balderschwang im Oberallgäu kann mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis aufwarten: Die Tageskarte kostet dort nur 33 Euro, für sechs Tage sind es 166 Euro. In Garmisch bezahlt man 44,50 Euro für einen Skitag. Daneben gibt es eine große Anzahl kleinerer Skigebiete. "Der Trend der österreichischen Liftgesellschaften - immer größer, immer mehr - scheint den Bayern eher fremd zu sein, wohl auch aufgrund topografischer Beschränkungen", so der VKI.

Die Tourismuswirtschaft und die heimischen Skihersteller blicken dem nahenden Winter jedenfalls optimistisch entgegen. "Der Zeiger geht nach oben. Wir haben eine starke Position und hoffen, dass wir diese noch ausbauen können", sagte etwa Wolfgang Mayrhofer, Sprecher der österreichischen Skiindustrie.

Global wurden zuletzt rund 3,2 Millionen Paar Ski und 3,5 Millionen Paar Skischuhe verkauft, knapp jeder zweite Ski trug dabei eine österreichische Marke wie Atomic, Head, Blizzard oder Fischer. "Die Ausrüster und Hersteller haben viel in ihre Produkte investiert. Die Ski sind durch die Kombination von Holz und Carbon leichter geworden. Schuhe wiegen dank dünnerer Wandstärken nur mehr die Hälfte wie vor drei oder vier Jahren." Einen Aufwärtstrend verzeichnete die Branche im Vorjahr auch bei Langlaufskiern und -schuhen. Und der Boom im Bereich Tourenski sei mit seit Jahren zweistelligen Zuwachsraten ungebrochen.

Der wichtigste Markt für die Hersteller ist Europa, Hoffnungen setzt Mayrhofer aber vor allem auf China. Im Februar 2022 finden die Olympischen Winterspiele in Peking statt. "In China entstehen derzeit 15 bis 20 neue Skigebiete im Jahr. Mittelfristig hoffen wir, dort 300.000 bis 350.000 Paar Ski im Jahr abzusetzen, langfristig könnte der Markt sogar einmal zum größten werden. Skifahren liegt in China im Trend." Damit die Hersteller von dem Boom profitieren, sollen österreichische Skilehrer in einem ersten Schritt tausend Chinesen zu Skilehrern ausbilden.

Quelle: APA

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