Wirtschaft

So können Pensionen grün werden

Pensionskassen wollen ökologische Veranlagungen steuerlich begünstigen.

Verstärkt grün - also ökologisch orientiert – soll die Veranlagung für betriebliche Pensionen erfolgen.  SN/apa
Verstärkt grün - also ökologisch orientiert – soll die Veranlagung für betriebliche Pensionen erfolgen.

Ein nachhaltiges System der Pensionskassen ist das gemeinsame Ziel des Fachverbands (FV) der Pensionskassen und der EU-Kommission. Wobei das bewusst im doppelten Wortsinn gemeint ist. Fachverbandsobmann Andreas Zakostelsky ist es ein Anliegen, durch verstärkte Investitionen in ökologisch oder sozial ausgerichtete Investmentfonds die Erreichung der Pariser Klimaziele voranzutreiben. Denn trotz Corona sei die Klimakrise "mittel- und langfristig das wirklich große Thema". Gleichzeitig meint die EU-Kommission mit "nachhaltig" in dem Zusammenhang vor allem die langfristige Finanzierbarkeit und Stabilität der Pensionssysteme.

Zakostelsky regt an, dass Pensionsveranlagungen zu 100 Prozent gemäß nachhaltigen Kriterien - wie in den UN-Richtlinien für verantwortungsvolle Investitionen (UN-PRI) definiert - steuerlich begünstigt werden sollen. So könnte der Anteil von "grünen Pensionen" bis 2025 auf 75 Prozent steigen. Derzeit sind 15 von insgesamt 25 Mrd. Euro oder 61,5 Prozent der heimischen Pensionskassen in diesem Sinne nachhaltig veranlagt.

Das gilt allerdings nur für den bisher vergleichsweise kleinen Teil der von den Pensionskassen veranlagten betrieblichen Pensionen. Diese "zweite Säule" des Pensionssystems macht fünf Prozent der Pensionen im Land aus. Der Löwenanteil entfällt mit 91 Prozent auf die staatliche Pension. Dazu kommen noch individuelle Privatpensionen mit einem Anteil von etwa vier Prozent. Weil nur rund ein Viertel der Österreicher in den Genuss einer Betriebspension kommt, plädieren die Pensionskassen - so wie die EU-Kommission - für die automatische Aufnahme ("auto-enrollment") von Arbeitnehmern in solche Modelle.

Generell setzt sich Zakostelsky für mehr Durchlässigkeit zwischen der zweiten und dritten Pensionssäule ein. In diese Richtung zielt auch die geplante Einführung eines "Tracking-Modells", das Bürgern jährlich einen Überblick über ihre angesparten Beträge bieten soll.

Auf die Frage nach dem Veranlagungserfolg der Pensionskassen im laufenden Coronajahr hält sich Zakostelsky noch bedeckt. Es werde aber kein "annus horribilis" werden. Bis Ende 2019 wiesen die heimischen Pensionskassen im langjährigen Durchschnitt eine durchschnittliche Wertsteigerung von 5,39 Prozent auf.

Aufgerufen am 18.09.2020 um 04:15 auf https://www.sn.at/wirtschaft/oesterreich/so-koennen-pensionen-gruen-werden-91758247

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