Wirtschaft

Spritpreis: Hohe Sprünge, aber sparen ist möglich

Teuer, teurer, am teuersten? Zumindest was das Ausmaß der Preissteigerungen an den Zapfsäulen betrifft, bewegt sich Österreich an der Spitze der EU, wie eine aktuelle Analyse des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) auf Basis von Daten der EU-Kommission zeigt.

In Deutschland und Österreich stiegen die Preise am stärksten SN/APA/dpa/Carsten Koall
In Deutschland und Österreich stiegen die Preise am stärksten

. Verglichen wurde der Preisanstieg pro Liter Sprit binnen 14 Tagen im Vergleich zum 28. Februar.

Demnach kostete ein Liter Super Benzin zu Beginn dieser Woche mit 1,987 Euro um 46 Cent mehr als zwei Wochen davor. Der Preisanstieg war in Österreich damit um sieben Cent höher als in Deutschland (plus 39 Cent), um 14 Cent höher als in Italien und um 19 Cent höher als in Frankreich. Geringer fiel der Unterschied bei Diesel aus: Hier hat Österreich mit 50 Cent nach Deutschland (57 Cent) den zweithöchsten Preisanstieg in der EU. Italien lag bei plus 41 Cent, Frankreich bei plus 40 Cent.

Für den VCÖ liegt der Grund für die Unterschiede nicht an den Steuern, da die meisten EU-Staaten keine Änderung bei der Spritbesteuerung vorgenommen haben. Er fordert daher eine Prüfung durch die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB). Dort hieß es am Freitag, man fasse eine Marktuntersuchung ins Auge.

Das Interesse an Preisvergleichen ist bei den Konsumenten zuletzt jedenfalls sprunghaft gestiegen. Beim Online-Spritpreisrechner der E-Control legten die Zugriffe um das Siebenfache zu. "Wir haben an einem Tag so viele Aufrufe wie sonst in einer Woche", sagt Projektleiter Daniel Hantigk. Zwar lägen die Preise jetzt auf höherem Niveau als vor drei Wochen, aber genauso weit auseinander, betont er und warnt vor einseitigen Vergleichen, wenn es um Preisanstiege geht. Die Kaufkraft miteingerechnet sei Österreich bei den Spritpreisen in der EU hinter Luxemburg am günstigsten. Seit vergangenem Donnerstag würden die Preise auch wieder sinken, ausreichend niedrig seien sie freilich an keiner Tankstelle. "Wir haben noch immer Corona, angespannte Lieferketten und jetzt einen Krieg, da kann man nicht erwarten, dass das spurlos vorbeigeht", sagt Hantigk. Sein Tipp, auch für Pendler: Am Wochenende tanken, "damit kann man sich zehn bis 15 Cent pro Liter sparen". Die letzte Preisspitze sei immer Freitagmittag, die erste wieder Montagmittag.

WIRTSCHAFT-NEWSLETTER

Abonnieren Sie jetzt kostenlos den Wirtschaft-Newsletter der "Salzburger Nachrichten".

*) Eine Abbestellung ist jederzeit möglich, weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Aufgerufen am 20.05.2022 um 04:34 auf https://www.sn.at/wirtschaft/oesterreich/spritpreis-hohe-spruenge-aber-sparen-ist-moeglich-118614328

Kommentare

Schlagzeilen