Wirtschaft

Spritpreise trieben Juni-Inflation auf 2,0 Prozent

Die Teuerung hat in Österreich im Juni wieder die magische Grenze von 2,0 Prozent erreicht, nachdem sie in den Monaten zuvor immer darunter gelegen war. Getrieben wurde die Inflation von den deutlich anziehenden Spritpreisen, die sich im Juni um satte 14,3 Prozent verteuerten. Aber auch die Ausgaben für Wohnung, Wasser und Energie zogen an und beeinflussten damit den Preisauftrieb.

Spritpreise verteuerten sich im Juni um satte 14,3 Prozent SN/APA (dpa/Archiv)/Karl-Josef Hild
Spritpreise verteuerten sich im Juni um satte 14,3 Prozent

Ohne die Ausgaben für Treibstoffe hätte die Inflation im Juni nur 1,6 Prozent betragen, so die Statistik Austria. Gepusht wurde die Teuerung vor allem auch von Preiserhöhungen für Mietwohnungen (+3,6 Prozent) und Haushaltsenergie (+2,9 Prozent). Allein Heizöl verteuerte sich im Juni um fast 27 Prozent. Im Schnitt wurde der Ausgabeposten "Wohnung, Wasser und Energie", der einen großen Einfluss auf die Inflation hat, um 2,2 Prozent teurer. Die Preise für Strom gingen dagegen leicht um 0,2 Prozent zurück, jene für Gas verringerten sich um 5,9 Prozent.

Der tägliche Einkauf (Mikrowarenkorb) kostete im Juni im Schnitt um 3,3 Prozent mehr. Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke stiegen entsprechend der allgemeinen Teuerung um 2,0 Prozent. Milch, Käse und Eier verteuerten sich um insgesamt 3,0 Prozent, Öle und Fette um 11 Prozent. Butter wurde um 22,9 Prozent teurer. Die Ausgaben für Fleisch stiegen um 1,7 Prozent, jene für Brot und Getreideerzeugnisse um 1,9 Prozent. Obst verteuerte sich um 2,7 Prozent, Gemüse um 0,6 Prozent. Für alkoholische Getränke und Tabak zahlte man 3,6 Prozent mehr. Für Zigaretten mussten Verbraucher im Schnitt 6,1 Prozent mehr berappen.

Der wöchentliche Einkauf (Miniwarenkorb) verteuerte sich aufgrund höherer Spritpreise um 5,5 Prozent. Besuche in Restaurants und Hotels kosteten durchschnittlich um 2,9 Prozent mehr. Freizeit- und Kulturdienstleistungen verteuerten sich um 1,3 Prozent, Zeitungen, Bücher und Schreibwaren wurden um insgesamt 4,9 Prozent teurer. Bekleidung und Schuhe kosteten im Schnitt 1 Prozent mehr.

Guten Nachrichten gibt es für reisefreudige Österreicher: Flugtickets (-1,8 Prozent), Städteflüge (-32,3 Prozent) sowie Flugpauschalreisen (-4 Prozent) wurden im Juni im Jahresvergleich günstiger. Auch die Kosten für Nachrichtenübermittlung gingen um 4,4 Prozent zurück. So verbilligten sich Telefon- und Telefaxdienste um 3,3 Prozent und Mobiltelefone um 11,4 Prozent.

Hauptpreistreiber im Monatsabstand waren die Ausgaben für Freizeit und Kultur. Hauptverantwortlich dafür waren saisonbedingt teurere Pauschalreisen (+9,9 Prozent). Preisdämpfend wirkten sich im Monatsabstand Bekleidung und Schuhe aus, dessen im Schnitt 2,1 Prozent sinkende Preise den beginnenden Sommerschlussverkauf anzeigten.

Auch im Euroraum stieg die Inflationsrate im Juni auf 2,0 Prozent. Gegenüber dem Mai ist dies ein Anstieg um 0,1 Prozent, wie Eurostat bekannt gab. Ein Jahr zuvor hatte sie 1,3 Prozent betragen. Die jährliche Inflationsrate in der Europäischen Union lag im Juni 2018 bei 2,0 Prozent und blieb gegenüber Mai 2018 unverändert.

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