Wirtschaft

Staat muss weniger Geld ausborgen als erwartet

Die Oesterreichische Bundesfinanzierungsagentur (OeBFA) muss heuer weniger Geld für den Staat aufnehmen als bisher geplant. Sie hat heute den Finanzierungsplan für 2021 revidiert, um der verbesserten fiskalischen Situation Rechnung zu tragen. Die Defizitprognose des Finanzministeriums gemäß den im Nationalrat präsentierten Budgetzahlen fällt jetzt geringer als im Mai aus. Heuer werde man keine neue Bundesanleihe mehr begeben, sagte OeBFA-Geschäftsführer Markus Stix zur APA.

Der Bund muss heuer weniger Geld ausborgen als erwartet SN/APA/ROBERT JAEGER
Der Bund muss heuer weniger Geld ausborgen als erwartet

Im Mai war geplant gewesen, dass heuer drei bis vier neue Bundesanleihen aufgelegt werden. Doch nun habe man das Auslangen mit drei neuen Begebungen gefunden, und die seien schon gemacht worden. "Es wird keine vierte neue Finanzierungslinie der Republik geben", sagte Stix.

Gemäß dem Auktionskalender werden im November und Dezember bestehende Anleihen aufgestockt. Der Dezember sei ein Reservetermin abhängig von der Neuverschuldungsprognose, erläuterte der OeBFA-Geschäftsführer. Vielleicht werde die Lage noch besser, dann könnte auch die Dezember-Auktion abgesagt werden, für diese Einschätzung sei es aber noch zu früh. Die Information über die jetzige Revision erfolge auch zur Information der Investoren: Das Update sei nicht gemacht worden in Hoffnung auf möglicherweise geringere Zinsen, sondern als verlässlicher Emittent müsse man den Markt informieren, betonte Stix.

Im Mai 2021 war der Finanzierungsplan für heuer nach oben revidiert worden, nun wurde er nach unten abgeändert. Dies sei der besonderen Situation in Folge der Coronapandemie geschuldet. In "normalen Finanzierungsjahren" gebe es zwar auch durchaus Abweichungen vom budgetierten Volumen, "aber nicht in so einer Größenordnung wie jetzt", erläutert Stix. Die Schwankungsbreite vom Finanzierungsvolumen sei heuer und im vorigen Jahr "extrem" ausgefallen.

Das Gesamtfinanzierungsvolumen 2021 beträgt nun rund 60 Mrd. Euro, die bisherige Prognose belief sich auf 65 bis 70 Mrd. Euro. Davon werden über die Begebung österreichischer Bundesanleihen 2021 nun rund 40 Mrd. Euro aufgebracht, gegenüber wie bisher geplant 45 Mrd. Euro. Ausstehende kurzfristige Schuldinstrumente per Ende 2021 sollen 18 bis 20 Mrd. Euro umfassen, gegenüber der bisherigen Prognose von mindestens 20 Mrd. Euro.

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