Österreich

Stadt Wien macht wieder Razzien in Wettlokalen

Die Stadt Wien macht weiter Jagd auf Glücksspiel- und Sportwettenbetreiber. Gestern gab es Razzien, bestätigte Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) der APA. Die betroffenen Wettanbieter sind empört: Sie fühlen sich von der Stadt gefrotzelt, da sie alle Bedingungen für eine Bewilligung erfüllt hätten, aber keine bekämen. Stattdessen gebe es Kontrollen, kritisierten sie.

Sima weißt die Vorwürfe zurück.  SN/APA/ROLAND SCHLAGER
Sima weißt die Vorwürfe zurück.

Bei der gestrigen Aktion wurden 20 illegale Wettterminals und vier Glücksspielautomaten beschlagnahmt, hieß es aus Simas Büro. Zudem gab es 17 Anzeigen vom Marktamt. Auch heute werden Schwerpunktkontrollen durchgeführt. Bisher wurden in der Stadt 370 Wettautomaten konfisziert. "Illegale Wettanbieter haben in unserer Stadt keinen Platz, mir geht es um strengen Jugend- und Spielerschutz", so die Stadträtin.

Gegenüber der APA von Betroffenen erhobene Vorwürfe, wonach große Wettanbieter von Kontrollen ausgenommen würden, wies Sima "schärfstens" zurück. "Die MA 36, Polizei und Finanzpolizei kontrollieren regelmäßig - es werden alle kontrolliert und bei Missständen wird sofort eingeschritten, beschlagnahmt und bestraft." Es gebe keine Ausnahmen.

Hintergrund ist das vor rund drei Jahren erlassene Wiener Sportwettengesetz, das zwischenzeitlich mehrere Male novelliert wurde. Demnach brauchen Sportwettenanbieter eine Bewilligung, früher war es ein freies Gewerbe. Eine Übergangsfrist war nicht vorgesehen, jedoch habe es geheißen, wenn man alle erforderlichen Auflagen erfüllt, bekomme man einen Bescheid, sagen Branchenvertreter.

Man habe dem Magistrat stets alle Unterlagen fristgerecht geliefert und die Stadt habe zahlreiche Male gesagt, der Bescheid komme bald. Ein größerer Interessent hatte laut eigenen Angaben erst vergangene Woche ein Gespräch mit Beamten der Stadt. Stattdessen habe er am gestrigen Dienstag die Polizei im Haus gehabt.

Die Stadt Wien hat Branchenvertretern zufolge bisher nur wenigen Wettanbietern zeitlich begrenzte Bewilligungen erteilt. Diese sind aber ausgelaufen. Die Mutmaßung der Betreiber: Die Stadt wolle einfach keine Lizenzen erteilen und habe die Razzien lediglich durchgeführt, um später sagen zu können, die Betreiber seien nicht zuverlässig und daher einer Bewilligung nicht würdig. Die Stadträtin findet diesen Vorwurf "mehr als absurd".

Quelle: APA

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