Wirtschaft

Starkes Jahr lässt auf höhere Pension hoffen

Pensions- und Vorsorgekassen erzielten 2021 Veranlagungserfolge. "Regierung soll geplante Zusatzpension für alle rasch umsetzen."

2021 war veranlagungstechnisch wieder ein positives Jahr für die Pensionskassen. SN/apa
2021 war veranlagungstechnisch wieder ein positives Jahr für die Pensionskassen.

Gute Nachrichten für die Anspruchsberechtigten der heimischen Pensions- und Vorsorgekassen: Nach klaren Steigerungen der veranlagten Erträge können die insgesamt vier Millionen Anspruchsberechtigten wohl mit höheren Pensionen rechnen. Im Jahr 2021 erzielten die Pensionskassen einen Veranlagungserfolg von 7,54 Prozent, die für Firmenpensionen zuständigen Vorsorgekassen brachten es im gleichen Zeitraum auf eine Performance von 4,04 Prozent.

Die Pensionskassen schnitten damit im abgelaufenen Jahr klar besser ab als 2020. Im turbulenten ersten Coronajahr war unter dem Strich lediglich ein Plus von 2,55 Prozent gestanden. Die diesmal erzielten 7,54 Prozent lagen deutlich über dem langjährigen Schnitt, der seit Gründung der Pensionskassen vor 20 Jahren (2001) nunmehr bei 5,37 Prozent liegt. In der Niedrigzinsphase der jüngsten zehn Jahre betrug die Performance der Pensionskassen noch 5,06 Prozent.

Die zweite Säule des Pensionssystems erweise sich damit erneut als "stabile Anlageform, um Wohlstand in der Pension abzusichern", erklärte Andreas Zakostelsky, Obmann des Fachverbands der Pensions- und Vorsorgekassen, am Mittwoch. Damit würden die Pensionskassen auch in Zeiten von hoher Inflation und Unsicherheiten wegen der Pandemie nicht nur Vermögen absichern, sondern auch langfristig aufbauen. Mehr als eine Million Personen haben in Österreich Anspruch auf eine Firmenpension. 128.000 Menschen nehmen sie bereits in Anspruch, an sie wurden 790 Mill. Euro ausbezahlt. Die durchschnittliche Pensionskassenpension beträgt 440 bis 445 Euro.

Auch die konservativer veranlagenden Vorsorgekassen übertrafen mit ihrer Performance (+4,04 Prozent) den langjährigen Durchschnitt. Im Vorjahr zahlte die Wirtschaft dafür 1,9 Mrd. Euro im Rahmen der "Abfertigung neu" ein, das entspricht 1,53 Prozent der monatlichen Bruttolohnsumme. Nach Ende des Arbeitsverhältnisses können Arbeitnehmer über das angesparte Geld verfügen, wenn zuvor mindestens drei Jahre lang eingezahlt wurde. Das veranlagte Vermögen stieg 2021 um knapp 14 Prozent auf 16,5 Mrd. Euro. Nach Zakostelskys Vorstellung soll das Geld bis zum Pensionsantritt auf dem Konto liegen und dann eine Zusatzpension ermöglichen. Bei Bedarf sollte es aber die Möglichkeit zur vorzeitigen Entnahme des Geldes geben, "da könnte es Spielvarianten geben", etwa bei längerer Arbeitslosigkeit.

Die bisher getrennten Verbände traten seit ihrer Zusammenlegung mit Jahresbeginn erstmals gemeinsam auf. Sie verwalten die künftigen Privatpensionen und Veranlagungen aus der "Abfertigung neu". Der gemeine Fachverband vertritt nunmehr sämtliche acht Vorsorge- und ebenfalls acht Pensionskassen, davon fünf überbetriebliche und drei betriebliche. Die neue gemeinsame Standesvertretung betreut - bereinigt um Doppelzählungen - nunmehr die Ansprüche von mehr als vier Millionen Menschen. Gemeinsam wird ein Volumen von insgesamt 43,8 Mrd. Euro verwaltet. Allein in den Pensionskassen waren es bisher 27,3 Mrd. Euro.

Der Zusammenschluss verleihe der gemeinsamen Interessenvertretung mehr Gewicht, erklärt Zakostelsky. So gestärkt pocht er erneut auf die Umsetzung des im Regierungsplan verankerten "General-Pensionskassenvertrags", der eine Zusatzpension für alle Arbeitnehmer vorsieht - durch steuerbegünstigte Übertragung der Abfertigung an eine Pensionskasse. Eigenbeiträge der Arbeitnehmer (bisher rund 20 Prozent) sollten steuerlich absetzbar sein, um Anreize zu schaffen. Für die konkrete Ausgestaltung gäbe es laut Zakostelsky "viele Möglichkeiten und Überlegungen", etwa auch eine "grüne Pension".

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