Wirtschaft

Starkes Windstrom-Plus im Osten Österreichs

Windiges Wetter hat heuer im Februar zu einer Verdoppelung des Windstroms auf 994 Gigawattstunden (GWh) geführt. Dennoch sind die Stromimporte gegenüber dem Vorjahresmonat um 12 Prozent auf 977 GWh gestiegen, bilanzierte der Übertragungsnetzbetreiber APG am Freitag das vergangene Monat. Die Windhochburgen im Osten, Niederösterreich und Burgenland, erzeugten mehr Strom als sie verbrauchten.

Der Großteil der Windräder steht im Weinviertel und im Burgenland SN/APA/ROBERT JAEGER/ROBERT JAEGER
Der Großteil der Windräder steht im Weinviertel und im Burgenland

"Die gute Stromerzeugung durch Windkraft ist Grund dafür, dass im Februar rund 60 Prozent des heimischen Strombedarfs nachhaltig gedeckt werden konnten", sagte Gerhard Christiner, technischer Vorstand der APG.

Das Burgenland habe mit rund 231 GWh fast zehn Mal so viel Strom in das überregionale Netz der APG eingespeist als es selbst davon bezog, nämlich rund 24 GWh. Niederösterreich war es möglich, rund 266 GWh in das überregionale Netz einzuspeisen. Das entspricht gut der vierfachen Energiemenge, die das Bundesland aus dem APG-Netz entnahm, rund 63 GWh.

Größter Strombezieher aus dem APG-Netz war Kärnten mit rund 286 GWh, dicht gefolgt von der Steiermark mit rund 281 GWh. Nicht profitiert von dem stürmischen Wetter hat der Westen Österreichs, denn in Vorarlberg, Tirol, Salzburg gibt es keine großen Windräder. Auch in Oberösterreich, einst Windkraftpionier, entstanden in den vergangenen Jahren keine neuen Windräder mehr. Das westlichste Windrad in Österreich steht am Plöckenpass in Kärnten.

Wind- und Sonnenenergie sind in großen Mengen noch nicht gut speicherbar, allerdings ergänzen sich die beiden grünen Energieformen, sowohl saisonal als auch untertags: So geht, wenn wenig Sonne scheint, im Winter und in der Nacht tendenziell mehr Wind. Experten verweisen deshalb darauf, Photovoltaik und Windkraft parallel auszubauen, um das Netz gleichmäßiger auszulasten.

Auch die APG drängt auf mehr Investitionen. "Die aktuellen Entwicklungen der Strom- und Energiepreise sowie die geopolitischen Entwicklungen in der Ukraine zeigen wie wichtig eine rasche und sichere Transformation zu einem nachhaltigen Energiesystem ist", erklärte der Netzbetreiber in der Aussendung. Es brauche eine umgehende Gesamtsystemplanung sowie entsprechende Kapazitäten in den Bereichen Netze, Speicher, Produktion, Reserven und digitale Plattformtechnologien zur Nutzung der Flexibilitäten aller Akteure des Systems. Die Beschleunigung und Vereinfachung von Genehmigungsverfahren seien dabei ein zentraler Hebel.

Insgesamt betrug Österreichs Strombedarf im Februar 2022 rund 5.380 GWh. Mit einer wöchentlichen Schwankungsbreite von minus zwei bis plus ein Prozent, befand man sich somit laut APG annähernd auf dem durchschnittlichen Vergleichsniveau von 2017-2021.

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