Wirtschaft

Startschuss für Elektrifizierung der Graz-Köflacher Bahn

Die Graz-Köflacher Bahn hat am Montag den Startschuss für die Elektrifizierung ihres Schienensystems gegeben: Die ersten 8 Mio. Euro fließen nun in die genaue Planung, in das Einholen von Genehmigungen und die Ausschreibungen, sagten Generaldirektor Franz Weintögl und Prokurist Gerald Klug. Während die GKB 30 Prozent der Kosten trägt, steuern der Bund 50 Prozent und das Land 20 Prozent bei.

Eine akkubetriebene Zug-Garnitur der ÖBB in Bad Radkersburg SN/APA (NEUE RADKERSBURGER BAHN)/UN
Eine akkubetriebene Zug-Garnitur der ÖBB in Bad Radkersburg

Baubeginn wird voraussichtlich Mitte 2023 sein, und zwar am sogenannten Wieser Ast zwischen Wettmannstätten und Wies sowie im Bereich des Grazer Hauptbahnhofs. Die erste Bauphase soll 2025 rechtzeitig zur Eröffnung der Koralmbahn fertig sein. Die zweite Bauphase umfasst das restliche Streckennetz und soll bis 2028 abgeschlossen sein. Die Kosten für die gesamte Elektrifizierung wurden mit rund 140 Mio. Euro veranschlagt. Das sind etwa 20 Mio. Euro mehr als bisher gerechnet, denn man musste die geschätzten Baukosten mittels Indexierung an die neuen Preise im Baugewerbe anpassen, erklärte Klug.

Eingerechnet sind auch vier Nahverkehrsdrehscheiben in Graz, um das GKB-Netz noch besser an den öffentlichen Verkehr der Landeshauptstadt anzubinden: Sie sollen in der Peter-Rosegger-Straße, in Webling, am Bahnhof Straßgang und im neuen Stadtteil Reininghaus in der Wetzelsdorferstraße kommen. Laut Weintögl wird mit den elektrischen Loks dann ein 30-Minuten-Takt möglich sein. Die Fahrgastzahlen dürften sich annähernd verdoppeln, so die Hoffnung der GKB.

LHStv. Anton Lang (SPÖ) betonte den Beitrag zum Klimaschutz, wenn die Diesel-Loks ausgemustert werden. Außerdem können entlang der Strecke neue Siedlungsgebiete und Wirtschaftsstandorte besser erschlossen werden: "Elektrifizierung klingt so einfach, aber es steckt viel dahinter. Es ist ein Quantensprung." Wie der Finanzierungsschlüssel - abgesehen von den 8 Mio. Euro für die Startphase - für das restliche Vorhaben aussieht, kann noch nicht gesagt werden. Entsprechende Verhandlungen werden noch geführt, so Klug. Lang wolle jedenfalls beim Bund Geld für die Investition einfordern.

Insgesamt sollen rund 133 Kilometer Strecken- und Bahnhofsgleise mit einer elektrischen Oberleitung überspannt werden. Außerdem wird im Grazer Stadtgebiet ein etwa 1,2 Kilometer langer, zweigleisiger Abschnitt zwischen der Wetzelsdorferstraße und der Grottenhofstraße gebaut, um den 30-Minuten-Takt zu bewältigen.

Quelle: APA

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