Wirtschaft

Stimmung bei mittelständischen Betrieben kühlt sich ab

Die Konjunktur in Österreich verliert an Fahrt und auch die Stimmung bei den mitteständischen Unternehmen hat sich spürbar abgekühlt: 62 Prozent der Unternehmen sind derzeit uneingeschränkt zufrieden mit ihrer Geschäftslage - um sechs Prozentpunkte weniger als vor einem Jahr, wie aus dem aktuellen Mittelstandsbarometer der Beratungsfirma EY hervorgeht, das am Dienstag veröffentlicht wurde.

Allerdings ist der aktuelle Jänner-Wert im langfristigen Vergleich noch immer sehr gut - besser war er vor dem Rekordjahr 2018 zuletzt im Jänner 2008. "Die Stimmung im österreichischen Mittelstand ist bemerkenswert gut - gerade angesichts der eingetrübten weltweiten Konjunkturaussichten fällt das Urteil überraschend positiv aus", sagte Erich Lehner, Managing Partner Markets bei EY Österreich.

Besonders gut bewerten die Industrie- (71 Prozent) und Gesundheitsbranche (70 Prozent) ihre aktuelle Geschäftssituation. Gleich bleibt der Anteil derer, die die geschäftlichen Umstände als negativ bewerten: Sowohl 2018 als auch 2019 sind es fünf Prozent der Unternehmen.

Befragt werden in der jährlichen Studie 900 Manager (je 100 pro Bundesland) mittelständischer Betriebe - nicht kapitalmarktorientierte Unternehmen mit 30 bis 2.000 Mitarbeitern - u.a. zu ihrer Geschäftslage, ihren Investitions- und Personalplänen, ihren Umsatzerwartungen, ihren größten Herausforderungen und der Zufriedenheit mit der Standortpolitik.

Die mittelständischen Unternehmen in Österreich sind nicht nur mehrheitlich zufrieden, sondern auch optimistisch, was das laufende Geschäftsjahr 2019 betrifft: Jedes zweite Unternehmen (51 Prozent) rechnet heuer mit einem Umsatzwachstum. Im Durchschnitt erwarten die Unternehmen ein Umsatzplus von 1,7 Prozent, die höchste Umsatzsteigerung erhoffen sich Betriebe aus dem Industriebereich (+ 1,9 Prozent) sowie der Tourismusbranche (+ 1,8 Prozent).

Die Investitionsbereitschaft der Mittelständler bleibt auch 2019 hoch: Jedes vierte Unternehmen (23 Prozent) plant, die Investitionstätigkeit gegenüber dem Vorjahr zu verstärken. Jedes dritte (32 Prozent) will zusätzliche Leute einstellen. Vier von fünf Unternehmen tun sich aber nach eigenen Angaben schwer damit, qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Vom Fachkräftemangel sind die Immobilienbranche (93 Prozent), die Industrie (90 Prozent) sowie der Tourismus (88 Prozent) am stärksten betroffen.

Die neue Gesetzgebung zur Arbeitszeitflexibilisierung sehen 24 Prozent der mittelständischen Unternehmen uneingeschränkt positiv, 26 Prozent schätzen sie als eher positiv ein. Nur zehn Prozent stehen dem Modell kritisch gegenüber. Besonders befürwortet wird das Gesetz bei Immobilien- und Großunternehmen (63 Prozent bzw. 55 Prozent).

Quelle: APA

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