Österreich

Stöger, AK und ÖGB für mehr Mitsprache bei digitalem Wandel

Für mehr und neue Mitspracherechte der Arbeitnehmer im Zusammenhang mit der Einführung von neuen Technologien in der Arbeitswelt haben sich am Mittwoch in Alpbach Sozialminister Alois Stöger (SPÖ), Arbeiterkammer-Präsident Rudolf Kaske und ÖGB-Präsident Erich Foglar ausgesprochen.

Stöger, AK und ÖGB für mehr Mitsprache bei digitalem Wandel SN/APA/HERBERT PFARRHOFER
AK-Präsident Rudolf Kaske.

Ein wesentliches Anliegen der AK ist laut Kaske, dass die soziale Absicherung der Mitarbeiter auch im digitalen Zeitalter erhalten bleibt, eine faire Entlohnung und der Gesundheitsschutz. Zusätzlich brauche man mehr Investitionen in Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen, damit die Arbeitnehmer mit dem technologischen Wandel Schritt halten könnten.

Für die Betriebsräte fordert Kaske das Recht auf Einsicht in alle Überwachungstechnologien im Unternehmen, auch mit externer Unterstützung und einen verpflichtenden Datenschutzbeauftragten gegen Missbrauch von Daten.

Auch ÖGB-Präsident Erich Foglar meinte, dass das Thema Mitbestimmung im Zusammenhang mit der Digitalisierung stärker berücksichtigt werden müsse. "Der Betriebsrat spielt eine Schlüsselrolle dabei". Viele der entstehenden neuen Arbeitsformen seien oft noch gar nicht geregelt. Die Mitbestimmungsrechte könnten nicht auf "analogem Niveau" stehen bleiben. "Wir brauchen teileweise einen neuen Rahmen für die Mitbestimmungsrechte in der neuen digitalen Welt", so Foglar.

Auch Sozialminister Alois Stöger (SPÖ) sprach sich für neue Formen und neue Instrumente der Mitbestimmung aus. "Wir wollen die digitale Entwicklung nicht aufhalten, wir wollen eine moderne Gesellschaft haben", so Stöger. Die Mehrheit der Menschen müsse aber auch am Reichtum teilhaben können, der dadurch geschaffen werde.

Zum Thema Wertschöpfungsabgabe meinte Stöger, es müsse in diese Richtung gehen. "Es führt kein Weg vorbei". Die Finanzierung des Staates müsse verbessert werden. "Die Reichen werden reicher und beteiligen sich nicht an der Finanzierung des Staates", kritisierte Stöger.

Auch Arbeitnehmer stehen dem digitalen Wandel durchaus positiv gegenüber, betonte AK-Präsident Rudolf Kaske am Mittwoch in Alpbach bei der Vorstellung einer aktuellen Umfrage unter Betriebsräten. Die AK wolle den digitalen Wandel aber mitgestalten. Die Arbeitnehmerrechte müssten geschützt und weiterentwickelt werden, so Kaske.

71 Prozent der Betriebsräte verbinden demnach mit der Digitalisierung positive Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens aber auch auf die Arbeitsbedingungen im Unternehmen.

Die größten Vorteile hatte die Einführung von digitalen Technologien auf die Qualität und das Niveau der Arbeitsplätze sowie auf die räumliche und zeitliche Autonomie der Beschäftigten. Auch die Kommunikation zwischen den Mitarbeitern habe sich verbessert. Am stärksten negativ ausgewirkt haben sich die digitalen Technologien laut den Betriebsräten auf die Situation älterer Beschäftigter und auf die Arbeitsbelastungen insgesamt. Auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sei eher belastet worden.

Quelle: APA

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