Wirtschaft

Stromnetzprobleme in der Ukraine wären ohne Effekt in der EU

Ein massiver Stromausfall in der Ukraine oder das Abschalten eines ukrainischen Atomkraftwerks hätte derzeit keine Auswirkungen auf das Europäische Strom-Verbundsystem. "Die Ukraine ist nicht mit dem europäischen Stromnetz verbunden", hieß es vom Pressesprecher des österreichischen Übertragungsnetzbetreibers APG, Christoph Schuh, zur APA.

Stromnetz in der Ukraine kein Risiko für die EU SN/APA/dpa Symbolbild/Philipp von D
Stromnetz in der Ukraine kein Risiko für die EU

Aufgrund des russischen Angriffs hat sich die Ukraine vom russischen und belarussischen Stromnetz abgekoppelt. Derzeit betreibt die Ukraine einen Strom-"Inselbetrieb" gemeinsam mit Moldawien. Die Ukraine will nun schnell Teil des europäischen Stromnetzes werden. Das Vorhaben war auch Thema Ende Februar beim Krisentreffen der EU-Energieministerinnen und -minister. Die EU-Kommission hat sich für die Verbindung des ukrainischen und europäischen Stromnetzes ausgesprochen. Es gibt zwei Stromleitungen aus der Ukraine nach Westen.

Der Anschluss der Ukraine an das europäische Stromnetz wäre aber auch mit Risiken verbunden. "Nicht umsonst gibt es für die Sicherheit im europäischen Netz viele Tausend Seiten Regelwerk", sagte der Energieexperte an der Technischen Universität Berlin, Christian von Hirschhausen, der "Süddeutschen Zeitung". Rein technisch sei der Notanschluss zu stemmen, er würde das ukrainische Netz stabilisieren, so Hirschhausen. "Aber man muss immer eine Hand am Schalter haben." Breche das Netz dort zusammen, müsse man die Ukraine rasch abnabeln, so der Energieexperte zur "SZ".

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