Wirtschaft

Stromverbrauch im Dezember im Durchschnitt 2017 bis 2019

Der Stromverbrauch in Österreich lag im Dezember fast auf dem Niveau des Durchschnitts der Vor-Corona-Jahre 2017 bis 2019, wie der Übertragungsnetzbetreiber APG am Dienstag mitteilte. Der milde Dezember brachte die Stromerzeugung aus Laufwasserkraftwerken zurück in die Spur. Der Anteil an nachhaltig produziertem Strom lag bei rund 50 Prozent. Die Kosten für die Netzstabilisierung betrugen im Vorjahr rund 100 Mio. Euro, nach 134 Mio. Euro 2020.

Kosten für Stromnetzstabilisierung im Vorjahr bei rund 100 Mio. Euro SN/APA/THEMENBILD/HELMUT FOHRINGER
Kosten für Stromnetzstabilisierung im Vorjahr bei rund 100 Mio. Euro

Die Energiezukunft erfordere ein noch leistungsstärkeres Stromnetz, betonte die APG. "Aufgrund österreichweit fehlender oder noch in Bau befindlichen Stromleitungen musste 2021 an insgesamt 241 Tagen in das Stromsystem eingegriffen werden, um Engpässe zu managen. Man liege damit um rund 31 Tage über dem langjährigen Durchschnitt aus den Jahren 2013 bis 2020. Im Jahr 2020 wurden an 261 Tagen Maßnahmen für das sogenannte Redispatch zur Stabilisierung der Stromnetze durchgeführt.

Der Stromverbrauch lag im Dezember (Kalenderwochen 48 bis 52) bei rund 6.700 Gigawattstunden (GWh). Damit habe es gegenüber dem durchschnittlichen Vergleichswert aus 2017 bis 2019 nur einen Unterschied von minus 0,4 Prozent gegeben. 2020 sei pandemiebedingt nicht vergleichbar, weil es aufgrund des Lockdowns zu "historischen Einbrüchen im Stromverbrauch kam". Im Dezember 2020 (Kalenderwoche 49 bis 53) war der Stromverbrauch bei rund 6.400 GWh gelegen.

Die Stromerzeugung durch nachhaltige Energiequellen, allen voran jene durch Laufwasserkraft, sei in den kalten Monaten deutlich geringer als etwa im Frühjahr, so APG-Vorstand Gerhard Christiner in der heutigen Pressemitteilung. Die Laufwasserkraft sei von September bis November unter dem langjährigen Durchschnitt gelegen. Der im Jahresvergleich eher milde Dezember habe die Produktion aber wieder auf ein saisontypisches Niveau gehoben - etwa durch mehr Niederschläge und Effekte der Schneeschmelze.

Durch den Mix aus weniger Erneubaren-Erzeugung und höherem Strombedarf in der kalten Jahreszeit steigt der Bedarf an kalorisch produziertem Strom und Importen. Laut APG-Vorstand Thomas Karall wurden im Dezember 1.568 GWh importiert. Im Dezember 2020 waren es 1.180 GWh. Notwendig war laut APG auch ein Energieaustausch innerhalb der einzelnen Bundesländer: Die meisten hätten überwiegend Strom aus dem APG-Netz entnehmen müssen. Ausnahme war das Burgenland - es wurde mit 140 GWh fast dreimal soviel Strom in das überregionale Netz rückgespeist als entnommen.

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