Wirtschaft

Taxi 40100 erwirkte weitere 120.000 Euro Strafe gegen Uber

Die Taxi-Zentrale 40100 hat weitere 120.000 Strafe gegen den Fahrdienstanbieter Uber erwirkt. Das Exekutionsgericht habe auf Basis mehrerer Anträge der Taxizentrale Strafen in dieser Höhe verhängt, teilte Taxi 40100 am Freitag mit. Uber halte sich nach wie vor nicht an die Auflagen der über das Unternehmen verhängten Einstweiligen Verfügung. Vor zehn Tagen hatte das Gericht 20.000 Euro verhängt.

Uber mit massiven Startschwierigkeiten in Österreich SN/APA/HELMUT FOHRINGER
Uber mit massiven Startschwierigkeiten in Österreich

"Die Höhe der verhängten Geldstrafe ist aufgrund der wiederholt geltend gemachten Verstöße angemessen. Der wirtschaftliche Nutzen, den die verpflichtete Partei (Uber) aus ihrem Verhalten zieht, rechtfertigt keine geringere Geldstrafe", heißt es laut Aussendung im Beschluss des Exekutionsgerichtes in Wien. Taxi 40100 will weiter nach Verstößen von Uber suchen und diese dem Gericht melden. "Wir hoffen, dass die immer schwereren Sanktionen, die verhängt werden, Uber endlich zu einem rechtskonformen Verhalten zwingen werden. Auch internationale Konzerne müssen sich an österreichische Gesetze halten", so Taxi-40100-Geschäftsführer Christian Holzhauser.

Uber verwies am Freitagnachmittag auf Nachfrage der APA wie schon bei der Verhängung der ersten Strafe über 20.000 Euro darauf, dass die Prozesse geändert würden, um die Bedingungen des Gerichts zu erfüllen. Aus Sicht von Uber handelt es sich nur um eine Exekutionsbewilligung und kein Urteil, es sei nicht geprüft worden, ob der Verstoß tatsächlich vorliegt. Noch stehe nicht fest, ob sich Uber gegen die Strafe wehren wird. Taxi 40100 wiederum schreibt, sollte Uber gegen die Beschlüsse keinen Rekurs einlegen - oder sollte ein solcher abgewiesen werden - dann werde die Exekutionsbewilligung rechtskräftig und Uber müsse zahlen.

Der Streit geht im Wesentlichen darum, dass Uber mit einer Mietwagenkonzession tätig ist und daher zwar nicht an die Taxigebühren gebunden ist, dafür aber die Wagen nach jeder Fahrt in die Zentrale zurückkehren bzw. alle Aufträge am Firmensitz entgegennehmen müssen. Taxi 40100 macht nun laufend Probefahrten - bisher rund 200 nach Angaben von Anwalt Dieter Heine - und hält penibel fest, wie die Fahrt abgewickelt wurde.

Auf Basis dieser Erhebungen sehe das Gericht das Verhalten der Uber-Fahrer als Verstöße gegen österreichisches Recht an. Wie bei allen einstweiligen Verfügungen mache das Gericht keine eigenen Erhebungen, sondern bewerte, ob die vorgelegten Beweismittel glaubwürdig sind. Im konkreten Verfahren sei dies der Fall, darum sei die Geldstrafe bewilligt worden. So stimme es zwar formal, wenn Uber darauf verweise, dass es kein "Urteil" sondern eine "einstweilige Verfügung" gebe, aber "99 Prozent der Wettbewerbsverfahren werden so entschieden", sagt Anwalt Heine. Der Gerichtsbeschluss heiße also nicht Urteil, habe aber die gleiche Wirkung. Auch habe das Gericht die Klage von Uber gegen die Beweismittel von Taxi 40100 abgelehnt.

Von 9 Strafanträgen, die Taxi 40100 eingebracht hat, seien inzwischen 5 im Sinne des Klägers entschieden. Man werde aber laufend weiter erheben, ob Uber sein Verhalten angepasst hat. Gebe es keine Verhaltensänderung, könnte das Gericht in einer Woche oder zehn Tagen wohl die nächsten Strafen verhängen. Uber könne ja jederzeit gesetzeskonform agieren, verliere dann aber den Vorteil "überall zu Billigstpreisen anbieten zu können", sagt Heine. In Berlin vermittle Uber inzwischen Taxis. Es gebe auch andere Apps, sowohl für Taxis als auch für Mietwagen, die völlig legal arbeiten. Dagegen habe man bei Taxi 40100 nichts, so auch nicht gegen Uber grundsätzlich. Man verlange nur, dass sich auch Uber an die Gesetze hält.

Quelle: APA

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