Wirtschaft

Thomas Cook Austria geht in Konkurs

Thomas Cook Austria wird wohl praktisch sicher liquidiert, Masseverwalter Günther Hödl empfiehlt betroffenen Pauschalreisenden, sich unbedingt an den Abwickler AWP P&C S.A zu wenden. Denn im Konkursverfahren werde es am Ende womöglich keine Quote geben und Reisende könnten mit einer Anmeldung draufzahlen.

"Unternehmensfortführung wird nicht angestrebt" SN/APA/ROLAND SCHLAGER
"Unternehmensfortführung wird nicht angestrebt"

Das Unternehmen hat inzwischen alle Reisen bis inklusive 4. Oktober abgesagt, die Zeit danach legt es in die Hände des Masseverwalters, der dazu noch keine Stellungnahme abgegeben hat. 

"Aufgrund der Pauschalreiseverordnung sind zumindest die geschädigten Pauschalreisenden abgesichert", sagt Hödl, der schon mehrmals Reiseveranstalter abgewickelt hat. Meldeten sich Pauschalreisende im Konkursverfahren an, entstünden womöglich nur Spesen, sollte es keine oder auch eine kleine Quote geben. Also empfiehlt Hödl Pauschalreisenden "zumindest auf den ersten Blick", sich vorerst einmal beim Abwickler Allianz Partners zu melden. 

Sollte der Abwickler wider Erwarten nicht alles auszahlen können, könne man sich immer noch im Konkursverfahren anmelden. Die genannten 20 Mio. Euro Deckungssumme beim Abwickler sollten aber jedenfalls reichen. Den Hotels sei womöglich nicht geholfen, "aber wenigstens den Pauschalreisenden", sagte Hödl.

Der Schaden der Hotellerie ist noch offen. Laut Tourismusobfrau in der Wirtschaftskammer, Petra Nocker-Schwarzenbacher, liegt dieser aber pro betroffenem Hotel bei 10.000 bis 70.000 Euro. Es könnte aber auch einzelne, weit höhere Summen geben. Bisher hätten sich rund 250 Hoteliers an die Wirtschaftskammer gewendet. Thomas Cook habe stets sechs Wochen zum Begleichen der Rechnungen Zeit gehabt.

Während Thomas Cook in Österreich wohl abgewickelt wird, spricht der Insolvenzverwalter für die Mutter in Deutschland von "Perspektiven", die es gebe. Es werde alles unternommen, um "eine Zukunftslösung zu finden", kündigte Rechtsanwalt Ottmar Hermann am Donnerstag an. Die Belegschaft sei hoch motiviert und bereit für den Erhalt des Unternehmens zu kämpfen. 

Positive Nachrichten gab es für die Ferienflugtochter Condor, der zur Unternehmensgruppe Thomas Cook gehört. Laut Justizkreisen kann er in einem Schutzschirmverfahren saniert werden. Schon länger ist bekannt, dass ein Käufer gesucht wird. Konkurrent Ryanair hat allerdings abgewunken, er habe schon mit der Österreich-Tochter Laudamotion genug Probleme, sagte Ryanair-Chef Michael O'Leary am Donnerstag in Wien.

Quelle: APA

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